41 Delegierte als Vertreter der Bamberger Jugendgruppen und -verbände sowie der Offenen Jugendarbeit sindder Einladung ihres neuen Vorsitzenden Hubertus Schaller in die Tagungsräume der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde (EFG) gefolgt, um das Jahresprogramm des Stadtjugendrings Bamberg (SJR) zu beschließen und sich über die Vernetzung von Angeboten der Jugendarbeit für Flüchtlinge zu informieren. Die Delegierten vertreten die Interessen von weit mehr als 15 000 jungen Menschen unter 27 Jahren in der Stadt Bamberg.
Pastor Viktor Dürksen (EFG) als Gastgeber gab Einblick in die vielfältigen Angebote seiner Einrichtung für die Jugend. Mit nachdenklich stimmenden Worten zum Thema "Flüchtlinge - Fremd sein - Verantwortung haben" stimmte Hubertus Schaller die Versammlung auf den inhaltlichen Teil des Treffens ein.


Vor 50 Jahren Preisträger

Dem folgte Julia Mari (Beisitzerin des SJR und Delegierte für die Deutsche Jugend in Europa) mit ihrem Bericht zur 50. Jubiläumsveranstaltung der Theodor-Heuss-Preisverleihung. 1966 war der Jugendring einer der ersten Preisträger überhaupt gewesen, dem man den Theodor-Heuss-Preis verliehen hatte. Julia Mari betonte: "Der SJR Bamberg kann sehr stolz auf diesen Preis sein, in einer Reihe mit dem Europäischen Gerichtshof und vielen berühmten Persönlichkeiten genannt zu werden." Erhalten hat der Jugendring damals diese Auszeichnung, weil er ein "Vorbild mitbürgerlichen Verantwortungsgefühls gegeben und allen Anzeichen von neu keimenden Rassenhass und religiöser oder weltanschaulicher Intoleranz eine glaubwürdige Absage erteilt hat". Seine Mitglieder hatten im Sommer 1966 den sichtbaren und unsichtbaren Schaden am jüdischen Friedhof in Bamberg weitgehend behoben, nachdem dieser wiederholt in übler Weise von Unbekannten geschändet wurde.
"Auch heute ist der Jugendring wieder gefordert", sagte Julia Mari. Das Plädoyer für Toleranz und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzte Benjamin Oster (Beisitzer des SJR und IG Metall-Jugendsekretär) fort. Bamberg dürfe keinen Raum für Rassisten und Rechtsextremismus bieten.
Die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingsthematik treten auch im Jahresprogramm des SJR zutage. Die Zusammenarbeit mit dem Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg konnte intensiviert werden. Beispiele sind die Mitwirkung des SJR an den Interkulturellen Wochen im Herbst oder an den Internationalen Wochen gegen Rassismus im März.


Integration ist gefragt

Der SJR installiert Netzwerkarbeit in den Bereichen "Freizeitmaßnahmen für junge Flüchtlinge" und "Runder Tisch für Demokratie, Toleranz, Gerechtigkeit und gegen Rassismus". Der "etwas andere Wandertag" versucht auf seine Weise junge Flüchtlingsklassen zu integrieren, indem er einen Austausch mit Regelklassen und Jugendverbandsarbeit fördert.
Die Vollversammlung verabschiedete das Jahresprogramm 2016 einstimmig. Geplant sind Seminare zur Fortbildung von Jugendleitern in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie der Tag der Jugend, das Hallenfußballturnier und der Pfingstcup, der 2016 zum 40. Mal ausgetragen wird. Hierzu wird es einen Empfang im Rathaus geben. red