Forchheim — Katharina Bruckner alias Corinna Harfouch kam als Frau vom Jugendamt, die für den kleinen Joe und seine Mutter die Weichen für eine bessere Zukunft stellt. Katharina Bruckner steht für viele in dieser Gesellschaft. Bundesweit sind rund 8000 Bezirkssozialarbeiter in den Allgemeinen Sozialen Diensten (ASD) der Jugendämter beschäftigt - allein 18 davon im Landkreis Forchheim.
Häufig redet man laut Pressemitteilung des Landratsamtes nur dann über ihren Beruf, wenn es schlecht läuft, wenn Kinder trotz Hilfen zu Schaden kommen. Damit gerate aus dem Blick, welch vielfältige und oft erfolgreiche Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien die Mitarbeiter der ASD leisten würden.
Sie beraten Mütter, Väter und alle Personen mit Erziehungsfragen, sie organisieren alltagspraktische Hilfen und Entlastung für Familien, sie fördern Kinder in ihrer Entwicklung - oder sorgen im Zweifelsfall wie bei Joe zeitweilig auch für den notwendigen Schutz von Kindern. Das Spektrum an Problemen, auf die der ASD tagtäglich Antworten sucht, ist dabei breit: ratlose Eltern, Familienkrisen, Schulprobleme, Gewalt, Alkohol- und Drogensucht.
"Wir wissen, dass Eltern in der Regel das Beste für ihre Kinder wollen. Nur manchmal ist der Alltag, die eigene Biografie so belastend, dass Erziehung alleine nicht gelingt. Häufig hilft es dann, jemanden an seiner Seite zu haben.", erläutert Dieter Hümpfner, der den ASD im Landkreis Forchheim leitet.

Hunderte von Hilfestellungen

Die Sozialen Dienste der Jugendämter haben die Aufgabe, Eltern und ihre Kinder dort zu unterstützen, wo Hilfe notwendig ist. Der ASD des Jugendamtes Forchheim beriet 2013 in 690 Fällen in Fragen der Erziehung und Entwicklung junger Menschen, in Fragen zur Ausübung der elterlichen Sorge und des Umgangsrechts in 479 Fällen, seit 2009 eine Zunahme von 39 Prozent. In 156 Fällen unterstützte das Jugendamt Familien konkret im Rahmen von ambulanten Erziehungshilfen. Auf diese Hilfe seien zunehmend mehr Familien aus allen Bevölkerungsschichten angewiesen.
Dieter Hümpfner sagt: "Wir brauchen genügend und gut qualifiziertes Personal. Und wir brauchen Bürger, für die das Jugendamt nicht Drohkulisse, sondern unverzichtbarer Partner im Kinderschutz ist." red