Memmelsdorf — Die leisen Töne stehen im Vordergrund. Das Publikum in der Synagoge im Untermerzbacher Gemeindeteil Memmelsdorf erlebt Kleinkunst vom Feinsten mit Texten und Liedern voller Zauber, Sehnsucht, Verzweiflung, Tiefgang und letztlich doch ganz nah am Leben.
Am Samstag, 11. Juli, um 19 Uhr sind unter dem Titel "Ich hab kein Heimatland" jüdische Lieder und Texte mit Klaus Möller, Hans-Paul Möller und Conny Reese (Klavier) zu hören.
Wie der Träger und Förderverein Synagoge Memmelsdorf als Veranstalter ankündigt, wagt das Programm den "Spagat zwischen lyrischen Beispielen aus der Tradition des Ostjudentums mit einer zutiefst schmerzlich-knitzen Spur - über Gedichte aus dem langen Schatten des Holocaust bis hin zum zeitgenössischen Israel mit allen Einflüssen der Moderne: sarkastisch, absurd und transzendenz-süchtig". 15 Lieder spannen einen Bogen vom traditionellen Kaddisch- und Niggun-Gesang über die jiddische Folklore bis hin zum Mendelssohn-Lied und der Pop-Ballade. Die Veranstaltung, die gut eine Stunde dauern wird, findet in Zusammenarbeit mit der VHS Haßberge statt. Der Eintritt ist frei.
Der Träger- und Förderverein Synagoge Memmelsdorf wurde 1993 gegründet und hat zurzeit etwa 120 Mitglieder. 1995 erwarb der Verein die Synagoge, deren Instandsetzung 2004 abgeschlossen wurde. Der Verein leistet einen Beitrag zur Verständigung und Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen, zum lebendigen Erlernen von Toleranz und zum Abbau von Vorurteilen. red