Glücklich und zufrieden und bei guter Gesundheit feierte das Ehepaar Hans und Ursula Krautblatter aus Höchstadt die goldene Hochzeit im Kreise der Familie. Beide sind "Mühlenkinder", denn sie sind nur drei Kilometer voneinander entfernt in echten Mühlen groß geworden.
Ehemann Hans ist Jahrgang 1937, hatte drei Geschwister, wovon der jüngere Bruder schon gestorben ist. Er wuchs in der Rabenecker Mühle im Wiesent-tal auf. "Mühl-Hans" war sein Spitzname. Nach der Volksschule in Waischenfeld besuchte er das Neue Gymnasium (heute Franz-Ludwig-Gymnasium) in Bamberg. Er legte das Staatsexamen in Biologie, Chemie und Erdkunde an der Universität Erlangen ab und promovierte in Genetik. 32 Jahre lang bis zur Pension war er Lehrer am Gymnasium Höchstadt.
Ursula Krautblatter, geborene Wehrl, Jahrgang 1946, stammt aus der Wehrl-Mühle. Sie ist die Älteste von drei Geschwistern und besuchte nach der Grundschule in Waischenfeld die damalige Oberrealschule in Kronach, wo sie das Abitur ablegte. Als Mathematikassistentin arbeitete sie in der Reaktorentwicklung der Firma Siemens im Forschungszentrum in Erlangen.
"Im Frühjahr 1961 lernten wir uns über den Kapellmeister, der in der Wehrl'schen Mühle als Müller tätig war, kennen", erinnert sich der Jubelbräutigam. Er spielte damals in der Blaskapelle Waischenfeld die Trompete. Und im Mai 1961 sei dann bei einer Jugendfahrt nach Südtirol, die der Waischenfelder Pfarrer Hans Völker organisiert und geleitet hatte, der Groschen gefallen.
Fünf Jahre später läuteten am 31. Dezember 1966 die Hochzeitsglocken. Bereits am 30. Dezember traute der damalige Bürgermeister von Waischenfeld, Hans Schwesinger, ein ehemaliger Schulkamerad, das junge Paar. Am Silvestertag folgte dann die kirchliche Trauung durch Pfarrer Hans Völker. Die Braut war ganz in Weiß und ihr Brautstrauß bestand aus tropischen weißen Orchideen. Es wurde mit der umfangreichen Verwandtschaft groß gefeiert und abends spielte natürlich die Blaskapelle auf. "Der Silvestertag war der einzige Tag, wo das Wasserrad in der Mühle stillstand und Ursulas Vater Zeit hatte", schmunzelt Hans Krautblatter.
An Hobbys mangelt es vor allem dem Jubilar, der im Jahr 2000 in Pension gegangen ist, nicht. Beide schwimmen gerne und fast täglich, lieben das Bergwandern und Ehemann Hans ist weit über die Grenzen von Erlangen-Höchstadt als anerkannter Pilzexperte unterwegs. Er bietet Vogelstimmen-, Pilz- und Heilpflanzen- sowie Vogelkundewanderungen an, außerdem fotografiert er gerne Natur und Landschaften. Im Heimatverein ist er aktiv in der Abteilung Natur. "Wer rastet, der rostet" ist die Devise des Jubelpaars.
Auf die Frage nach einem Rezept für eine gute Ehe meint der Jubilar: "Zuerst einmal muss die Chemie stimmen, auch weitgehende Übereinstimmungen in weltanschaulichen, ethischen und religiösen Fragen sind sehr wertvoll. Man muss aber dem Partner auch Freiraum geben, auf ihn zugehen und auf breiter Basis tolerant sein."
Zum Gratulieren kamen neben Bürgermeister Gerald Brehm (JL) die drei Kinder Evi (Semle), Oberstudiendirektorin am Gymnasium in Wiesentheid, Sohn Michael, Professor an der TU in München, und Sohn Patrick, Oberarzt in Bad Windsheim, alle mit Ehepartner und den insgesamt acht Enkelkindern im Alter zwischen sechs Wochen und 23 Jahren.
Am heutigen Silvestertag wird mit der doch recht großen Familie im kleinen Rahmen gefeiert. Zum Mittagessen geht es in den Aischblick, nachmittags wird zuhause gefeiert. Abends geht es natürlich zum Dankgottesdienst in die Kirche. Und nachts beschließt das Silvesterfeuerwerk - wie vor 50 Jahren - den großen Tag.