Einige Besucher des Familienzentrums in Heiligenstadt staunten am vergangenen Freitag, 28. April, nicht schlecht, denn am Klavier im Eingangsbereich saß der Bamberger Landrat Johann Kalb (CSU). Er griff fröhlich in die Tasten, um dem Heiligenstadter Altbürgermeister und Träger des Ehrenringes Johann Daum ein Ständchen darzubringen.
Dazu sangen Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit), Vizebürgermeister Hans Göller (SPD) und dritter Bürgermeister Johannes Harrer (CSU) "Wohlauf die Luft ist frisch und rein". Sie gratulierten damit Altbürgermeister Johann Daum zu seinem 97. Geburtstag.
Danach wurde im Restaurant lustig weitergefeiert. Johann Daum erzählte: "Früher da war alles viel einfacher. Wir waren als Politiker viel mehr Freiheiten."
Nach gesundheitlichen Problemen geht es dem ehemaligen Gemeindekassier, Gemeinderat, Bürgermeister, Kreisrat und Marktgemeinderat wieder gut. Er kann nach einem längeren Aufenthalt im Familienzentrum zurück zu seiner Tochter Kornelia Roth ziehen. Sie meinte: "Wir hoffen, dass Urenkel Luca den Jubilar noch lange fit hält." Denn mit Tochter waren auch die Enkel Jennifer und Julian Roth sowie Urenkel Luca als Gratulanten gekommen. "Mir geht es gut; nur das Aufstehen macht ein wenig Probleme", warf das Geburtstagskind ein und erzählte gleich weiter von früher. Wichtig war ihm die Arbeit für die Gemeinde. "Den Chef bei der Raiffeisenbank habe ich nebenher gemacht", erzählte Daum und lachte. Als er bei der Bank anfing, lag die Bilanzsumme des Institutes bei rund 300 000 Mark. Im darauffolgenden Herbst betrug diese Zahl bereits eine Million Mark.
Daumk erinnert sich, dass er 1960 als SPD-Mann als Bürgermeister-Kandidat nominiert wurde. Die Plakate wurden gedruckt und bei einer Info-Veranstaltung unterstrichen die Gemeinderäte, dass er der richtiger Bürgermeister sei.
Johann Daum ist gebürtiger Heiligenstadter, doch seine Lieblingskneipe ist in Bamberg. Dort ging er regelmäßig zum Stammtisch und das hat er jetzt auch wieder vor. Denn schließlich ist 97 noch kein Alter zum Nichtstun.