Höchstadt — Das Motto des Vereins "Lebensfreude ERHalten" lautet: Jeder kann, jeder darf, keiner muss. In der Jahreshauptversammlung des Vereins, der sich um Pflegebedürftige und demente Menschen kümmert, wurde in Höchstadt der neue Vorstand gewählt. Im Wesentlichen setzt sich dieser wieder aus den bewährten Mitgliedern zusammen, die sich auch bisher um die Förderung alternativer Wohnformen für pflegebedürftige und demente Menschen im Alter kümmerten.
Vorsitzende Rosi Schmitt konnte jedoch mit großer Freude verkünden, dass es gelungen sei, zwei junge Leute für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Michael Moegen ist auf medizinischem Gebiet im klinischen Bereich und im Außendienst selbständig tätig. Als ausgebildeter Pfleger mit zahlreichen Zusatzausbildungen verfügt er über zehnjährige Klinik- und Ambulanzerfahrung; er ist auch im Verein kein Neuling.
Christine Ross arbeitet seit über zehn Jahren in der Medizintechnik und beschäftigt sich aktuell mit der Projektplanung. Sie plant Pflegehäuser vom ersten Spatenstich bis zum Bezug im Hygienebereich. Auch sie ist schon etliche Jahre Mitglied im Verein.
In Ihrem Rechenschaftsbericht für die Jahre 2013/14 konnte Rosi Schmitt feststellen, dass die aktive Lebensgestaltung sowie die Pflege sozialer Kontakte stets im Vordergrund der Arbeit des Vereins stand. Dabei kommt der Verwirklichung des Arbeitsmottos der Einrichtung auf dem Schlossberg in Höchstadt große Bedeutung zu. "Unsere Mieter helfen zum Beispiel beim Kochen, Backen, Wäsche sortieren und bei der Gartenpflege je nach Können und Wunsch", sagt Rosi Schmitt. Die Wohngemeinschaft Haus Schlossberg ist kein Pflegeheim, sondern eine privat von Angehörigen und gesetzlichen Betreuern organisierte Wohnform. Deshalb haben die Angehörigen und gesetzlichen Vertreter in der Wohngemeinschaft auch besondere Aufgaben zu erfüllen. Sie tragen gemeinsam die Verantwortung für ihre hier lebenden Angehörigen. Sie treffen sich regelmäßig mit Vertretern des Pflegedienstes und Mitgliedern des Vereins, um sich auszutauschen und die Anliegen und Bedürfnisse, die das Gemeinleben in der WG regeln, zu optimieren. Das sei auch in der vergangenen Berichtsperiode wieder gut gelungen.
Unterstützt werde die Tätigkeit der Einrichtung durch sinnvolle Werbung und intensive Öffentlichkeitsarbeit. Dabei seien die Presse, das ERH-TV als lokaler Fernsehsender, Filmabende und Vorträge für die Angehörigen einbezogen worden. Viele Gespräche mit den Angehörigen über die Demenz und den Umgang damit seien die Grundlage der Betreuung.
Abschließend dankte Rosi Schmitt dem Vorstand und übergab jedem Vorstandsmitglied symbolisch eine rote Rose. Die Zweite Vorsitzende, Martina Dresel, brachte zum Ausdruck, dass "ohne die breiten Schultern aller Helfer diese Arbeit nicht zu stemmen ist". Die zahlreichen Spenden, auch die vieler Angehöriger, seien eine große Hilfe.
Als nachahmenswertes Beispiel schilderte Schmitt die Reaktion der Stadtkapelle zum vergangenen Jahresende. Der Erlös des Weihnachtskonzerts wurde zur Freude aller komplett an die Wohngemeinschaft auf dem Schlossberg übergeben. Alt-Landrat Eberhard Irlinger habe ebenfalls jede sich ihm bietende Möglichkeit genutzt, um den Verein ideell und materiell zu unterstützen.
In der Aussprache regte Manfred Müller an, die Pflegedienst-Mitarbeiter so zu begleiten und zu betreuen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleingelassen werden. Rosi Schmitt verkündete, dass recht bald eine neue Mitarbeiterin zur Verfügung stehe, die diese geforderte Aufgabe qualifiziert übernehme.
Vorstandsmitglied Regina Michlick dankte der Vorsitzenden für ihre hervorragende Arbeit: "Ich wähle Rosi erneut zur Vorsitzenden, auch wegen ihrer Fachkompetenz und nicht nur als Person. Etwas Besseres können wir alle gar nicht haben". Dieter Gropp