Fürth am Berg — Was für Monaco das Formel Eins Rennen ist, war für Fürth am Berg das Entenrennen auf der Steinach. Bereits zum zweiten Mal stand der Wettbewerb im Mittelpunkt der dortigen Kirchweih. Insgesamt 144 Boliden stürzten sich in die teilweise nicht so wilden Fluten, um für ihre "Sponsoren" einen der zahlreichen Preise einzuheimsen.
Wer davon ausging, dass es sich bei den Enten um einfache Gummitiere handelt, befand sich in einem großen Irrtum. "Bei uns kommen echte Rennenten zum Einsatz" ließ Organisatorin Jutta Karl vom Ausrichter TSSV Fürth am Berg wissen. Bei dieser speziellen Spezies befindet sich ein Gewicht im Inneren der Enten, um dem Gefährt eine gewisse Stabilität zu verleihen. Die Anschaffungskosten einer solchen Rennente sind auch nicht ganz ohne. "Da fallen schon fünf Euro pro Stück an", war von Jutta Karl zu erfahren.

Sie lassen die Enten zu Wasser

Nachdem die Formalitäten erledigt waren und jede Ente einen "Besitzer" hatte, kam die große Stunde von Günter Karl und Philipp Schmidt, denen es vorbehalten war, die Gummitiere auf die etwa 750 Meter lange Strecke zu schicken. Nachdem die "Stromschnelle" gemeistert wurde, legten die ersten Enten einen nicht geplanten "Boxenstopp" auf einer Kiesbank ein und waren damit faktisch aus dem Rennen.
Sehr zum Leidwesen einiger Besitzer zogen es weitere Enten vor, sich aus den Wettstreit zurückzuziehen, und sich am Ufer auszuruhen. Nach der Hälfte der Distanz führten die Startnummern 47 und 171 souverän das Feld an. Warum es den beiden nicht gelang, sich am Ende unter den ersten Fünf zu platzieren, wird ewig ein Geheimnis der Rennenten bleiben.
Eine große Anzahl Fans begleiteten die Enten am Ufer und kommentieren das Renngeschehen mit entsprechenden Randbemerkungen. Auch wurde schnell mal ein Stock zu Hilfe genommen, wenn es darum ging, ein Gummitier wieder auf den rechten Weg ins Fahrwasser zu bringen.
Am Ende der Rennstrecke wartet eine trichterförmige Barriere auf die Teilnehmer, um den Zieleinlauf zweifelsfrei festschreiben zu können. Nach gut 30 Minuten auf der Steinach schoben sich auf das berühmte Podest die Rennenten von Irdia Speidel, Anika Fleißner und Moritz Jahn. Wie im vergangenen Jahr lud der TSSV auch zu einem Kreativwettbewerb ein, bei dem es galt, "normale" Gummienten fantasievoll zu gestalten. Die Jury kam überein, dass das Werk von Madeleine Lippold den ersten Preis erhalten sollte. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Kreationen von Steffi Zarske und Leni Schramm.
Zufrieden mit dem Entenrennen zeigte sich auch der Vorsitzende des TSSV Fürth am Berg, Bastian Schober. "Es ist schon toll, dass so viele Bürgerinnen und Bürger Spaß an der Sache finden". mre