Das Stiftskirchenmuseum ist bis zum 1. Oktober 2017 interessanter Schauplatz der Sonderausstellungen "125 Jahre Diakonie Neuendettelsau in Himmelkron" und "Allein die Schrift" mit Facetten aus dem Werk und Leben des Reformators Martin Luther aus der Faksimile-Sammlung von Armin Pfreundner.


125 Jahre Diakonie

Zu den Vorträgen und Grußworten traf man sich zunächst in der Stiftskirche, dabei auch musikalisch umrahmt mit einer Musikgruppe unter der Leitung von Olga Hübner. Bürgermeister Gerhard Schneider stellte fest, dass die Reformation im 500. Jubiläumsjahr auch in Himmelkron ein besonders wichtiges Thema ist. Verschiedene Konzerte und Ausstellungen sollen dabei die Menschen anregen, über diese Geschichte wieder einmal nachzudenken. In seinen Gedanken zur Doppelausstellung verwies Bürgermeister Schneider auf den Beginn der Arbeit der Diakonie Neuendettelsau in Himmelkron: "1892 begann ein christliches Werk der Barmherzigkeit, welches nach zahlreichen Veränderungen, die auch in der Ausstellung dokumentiert werden, auch heute noch segensreichen Bestand haben. Himmelkron ist geprägt von der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen." Derzeit sind rund 460 Frauen und Männer in die Dorfgemeinschaft eingebunden, ob im kirchlichen, kulturellen Bereich oder beim Sport. Bürgermeister Schneider: "Inklusion ist das Schlagwort der Zeit, welches in Himmelkron schon immer im Alltag eine Bedeutung hatte. 125 Jahre sind ein besonderer Anlass, einmal innezuhalten und den Blick auch auf Vergangenes zu werfen."


Faksimiles geben Aufschluss

Mit der weiteren Sonderausstellung "Allein die Schrift" ist die Gemeinde daneben noch in der Lage, dank der Sammlung von Armin Pfreundner anhand von Faksimiles die vielfältigen Entwicklungsprozesse der Bibelübersetzungen aufzuzeigen.
Archivar Matthias Honold zeigte die wichtigsten Daten der nunmehr 125-jährigen Geschichte der Diakonie Neuendettelsau in Himmelkron auf. Eine zentrale Rolle beim Aufbau der Filiale in Himmelkron spielte Pfarrer Johann Friedrich Langheinrich, der sich von Beginn an in verschiedenen sozialen Projekten betätigte und die Idee hatte, in Himmelkron eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu eröffnen.


Verschiedene Ausgaben der Bibel

Armin Pfreundner ging auf die Gestaltungsvielfalt der Bibel vom Mittelalter bis zur Lutherbibel ein: "Wenn wir heute den Begriff "Bibel" verwenden, meinen wir damit eine Vollbibel mit allen Büchern des Alten und Neuen Testaments. Vom Mittelalter bis in die Lutherzeit wurde die Bibel aber auch in anderen Formen publik gemacht.
So wurden einzelne Bücher der Bibel als besonders wichtig erachtet und für sich allein reproduziert." Die Lutherbibel wurde nach den Worten von Pfreundner sehr schnell zum Bestseller.