Vorhang auf! - So heißt es bei einer Theaterpremiere, und der Zuschauer wartet gespannt auf das, was dann kommt. Jetzt ereignete sich in Bad Staffelstein eine etwas andere Art von Uraufführung: "Entdeckungen auf den Spuren der Kelten" im Doppelpack. Mit diesem neuen Kulturangebot an jedem ersten Wochenende des Monats (bis Oktober) soll das Wissen um die Geologie und Geschichte im Staffelsteiner Land vertieft werden. Es umfasst die geführte Wanderung auf einem Abschnitt der Keltenwege am Samstagnachmittag (13 Uhr) sowie die öffentliche Museumsführung am vorherigen Freitagabend (17 Uhr) mit Schwerpunkt "archäologische Kostbarkeiten".
Die Umsetzung des Konzepts sieht vor, den Geschichtsinteressierten aus seiner passiven Haltung herauszulocken und bei den Führungen zu ermutigen, aktiv mitzuwirken. Nervös war anfänglich die Stimmung im Museum. Doch das sei zu erwarten gewesen, erklärte Museumsleiterin Adelheid Waschka. So galt es eine gewisse Schwellenangst zu bewältigen. Nur so konnte erklärt werden, dass die Gruppe mit neun Teilnehmern überschaubar war. Dies minderte jedoch nicht die Qualität, im Gegenteil, die Interessierten wagten es eher, der Führerin Christine Liebl Fragen zu stellen. Die neuen Ausstellungseinheiten der archäologischen Abteilung, wie die "Überraschungstürchen" des Hohlen Steins und die Vorratsgrube am Staffelberg, nehmen direkten Bezug auf die Wegeführung der acht "Keltenpfade".


Germanen, Slawen und Thüringer

Vom kaiserzeitlichen Münzfund auf der Altstraße im Banzer Wald bis zum altsteinzeitlichen Fund am Birkenberg (Unterzettlitz) reicht die Zeitleiste außergewöhnlich weit in die Vergangenheit zurück. Germanen, Slawen und Thüringer bevölkerten das Obermaingebiet.
Dass man rasch die angesetzte Führungszeit von einer Stunde vergaß und staunte, als die Kirchturmuhr sieben Mal schlug, darf als Qualitätsmerkmal gesehen werden.
Gleiches wiederholte sich am Samstagnachmittag. Trotz widrigen Wetters hatten sich 37 Personen entschlossen, für vier Stunden dem Wanderführer des Kur- und Tourismus-Service, Horst Schwendner, auf der nördlichen Teilstrecke des Weges "H" zu folgen: Die Etappe führte von Schwabthal aus durch die Schlucht des Tiefenthals hinauf zum Hohlen Stein, zum Kemitzenstein und Schlossberg, schließlich wieder hinunter über Kaider nach Schwabthal zurück. Das kleine Manko dieser Strecke bestand darin, dass, als die Konzeption ins Leben gerufen wurde, auf halbem Weg in Kümmersreuth noch Einkehrmöglichkeiten bestanden hatten. Auf die Ausführungen des Wanderführers, der sich hauptsächlich auf die geologischen Besonderheiten am Wegesrand bezog und somit die Texte der Informationstafeln ergänzte, hatte dies allerdings keine weiteren Auswirkungen. Das Konzept ging auf: Die Teilnehmer wurden sowohl für die vor Millionen von Jahren entstandenen Naturschönheiten als auch für die historischen Höhepunkte der Region sensibilisiert. Dies liegt ganz im Sinne der Zuschussgeber, der EU mit ihrem Leader-Programm "zur Entwicklung des ländlichen Raums" und der Oberfrankenstiftung. Wer die Premiere verpasst hat, ist zur Fortsetzung am ersten Aprilwochenende eingeladen. Natürlich kann dieses Doppelpaket auch außerhalb der Reihe von Gruppen beim Kur- und Tourismus-Service Bad Staffelstein (09573/33120) gebucht werden.   red