Die Kommunale Koordinierungsstelle der Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Landkreis veröffentlicht in ihrem aktuellen Netzwerk-Report die aktuellen Flüchtlingszahlen für unseren Landkreis. Demnach wurden mit Stand vom 15. Mai 2017 in unserem Landkreis 387 Flüchtlinge anerkannt. 312 Flüchtlinge stammen aus Syrien, gefolgt von Flüchtlingen aus Afghanistan, dem lrak, dem lran, Eritrea und Somalia. 462 Asylbewerber warten noch auf eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Sie sind überwiegend in unserem Landkreis dezentral in den einzelnen Gemeinden untergebracht. 181 Flüchtlinge wohnen in den Gemeinschaftsunterkünften in Kulmbach, Neuenmarkt und Mainleus.
Die dezentrale Unterbringung sowie die kleinen Gemeinschaftsunterkünfte mit Beratungs- und Betreuungskonzepten sind schon der erste Schritt zu einer gelingenden Integration und wirken der Ghettoisierung und Ausgrenzung deutlich entgegen, so der zuständige Koordinator Peter Müller vom Landratsamt. Dank des großen Engagements vieler ehrenamtlich Tätiger sei es gelungen, die schwierigen Aufgaben in der Phase des Ankommens zu meistern.
Pädagogisch geschulte Unterstützungskräfte in den Grund- und Mittelschulen im Landkreis
mit Fluchthintergrund unterstützen im täglichen Schulbetrieb. Im gesamten Landkreis gibt es 150 Kinder mit Fluchthintergrund aus dem vorwiegend arabischen Sprachraum. Teilweise ist es schon gelungen, syrische Lehrkräfte als sogenannte Drittkräfte zum Einsatz zu bringen. Sie vermitteln zwischen Schülern und Lehrkräften, helfen über Sprachbarrieren hinweg und unterstützen vor allem die unerlässliche, wichtige Elternarbeit.


Hoch motiviert

Seit 2014 kamen fast 200 junge Menschen aus den Geburtsjahrgängen 1991 bis 2004, also heute 13- bis 26-Jährige, in den Landkreis und halten sich schwerpunktmäßig in der Stadt Kulmbach auf. Ein ,,Runder Tisch" mit den Vertretern von Jugendamt, Polizei, Schule, Arbeitsverwaltung und Betreuungseinrichtungen ergab, dass die vorwiegend jungen Männer über eine hohe Motivation, Praxiserfahrung und den Gestaltungswillen verfügen, ihre Zukunft selbstständig in die Hand zu nehmen.
Auch bezüglich der Kriminalitätsentwicklung darf festgestellt werden, dass der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden mit Migrationshintergrund im Landkreis lediglich bei 6,8 Prozent zur Gesamtzahl der jugendbezogenen Strafverfahren liegt. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich diese Zahl auf alle Migranten, also nicht nur auf Flüchtlinge bezieht. red