"Es zeichnet sich eine zukunftsorientierte Lösung ab" - Cornelia Schott formuliert vorsichtig, doch sie und ihre beiden Vorstandskollegen sind sehr zuversichtlich, dass die Zukunft des Golfclubs Haßberge so sonnig ist wie der gestrige Nachmittag. Das Gerücht von einer Insolvenz des Clubs hatte in den vergangenen Wochen die Runde gemacht und deshalb hatten die drei Vorsitzenden gestern zu einer Pressekonferenz geladen.
Im Januar hatten Cornelia Schott (Öffentlichkeitsarbeit), Michael Rakow (Golfanlage) und John Kimbrough (Sport und Finanzen) die drei Vorstandsposten übernommen. "Die finanzielle Lage war wie jedes Jahr eng, aber geordnet", so Schott. Als sich die drei Anfang März intensiver in die Finanzlage einarbeiteten und die neue Golfsaison vorbereiteten, "sah es dann doch schwierig aus". Es stand tatsächlich eine Insolvenz im Raum. Die jedoch scheint abgewendet, eine Übereinkunft mit dem Hauptgläubiger ist nach Angaben der Vorsitzenden unterschriftsreif.
Sehr zuversichtlich sind die Vorsitzenden auch wegen des Verlaufs der außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitte letzter Woche. Etwa zwei Drittel der gut 400 Mitglieder waren anwesend, und fast einstimmig stimmten sie einer Sonder-Umlage zu, um die Kassenlage des Clubs zu verbessern. "Außerdem ging ein regelrechter Ruck durch die Mitglieder. Die Hilfsbereitschaft ist groß und reicht von kostenloser Beratung über die Bereitschaft zu Eigenleistung bis hin zu Spenden", freut sich Cornelia Schott.
Auf Akzeptanz bei den Mitgliedern stieß auch das Vorhaben der neuen Vorstände, den Club neu auszurichten. "Wir wollen Golf zum Breitensport machen wie in den USA", erklärt der frühere US-Offizier John Kimbrough. Weg vom Image des elitären Golfclubs wollen die Vorsitzenden aufzeigen, dass Golf ein Familiensport ist, der in jedem Alter gesund und sportlich herausfordernd sein kann.
"Ich schätze den Platz, weil er sportlich anspruchsvoll ist, dafür fahre ich auch eine halbe Stunde her", so Kimbrough. Er hofft, dass die neue Drei-Monats-Mitgliedschaft auch anderen die Vorzüge des Steinbacher Platzes aufzeigt. "Schnuppermitglieder haben dann ausreichend Zeit, sich mit dem Platz und dem Club vertraut zu machen", erklärt Michael Rakow, auch das Clubleben ist sehr rege. Schon immer war das Interesse am Golferlebnistag in Steinbach groß, er findet am 1. Mai wieder statt. Doch ab heute kann jedermann samstags ab 15 Uhr zum kostenlosen Schnuppergolf auf der Anlage vorbei schauen. Golf werde als Sportart oft unterschätzt, wissen die drei passionierten Golfer. Gerade auf der hügeligen Anlage in Steinbach "verbrennt man bei einem Spiel über 18 Loch locker 1500 bis 1800 Kalorien", weiß Cornelia Schott. Jeder Golfschlag beansprucht immerhin 120 Muskeln.