Dass Inklusion keine Einbahnstraße ist, wollen die Heilpädagogischen Tagesstätten, die Werner-Grampp-Schule und der Kinderhort der Arbeiterwohlfahrt bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 23. April, zeigen.
"Wir wollen nicht nur, dass Menschen mit besonderem Förderbedarf normal in der Gesellschaft integriert sind. Unser Ziel ist auch, dass die Öffentlichkeit zu uns in die Einrichtung kommt und weiß, was hier geschieht," so die Leiterin der Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, Friederike Ködel.
"Wir wollen zeigen, wie hier gelebt und gearbeitet wird", ergänzt der Leiter der Heilpädagogischen Tagesstätte für Kinder mit Lernbehinderung, Peter Reuschlein.


Verschieden sein ist ganz normal

Der Tag der offenen Tür stehe unter dem Motto "Verschieden sein ist ganz normal". Im Förderzentrum in der Hannes-Strehly-Straße werden die verschiedensten Kinder unterrichtet und betreut. "Wir haben hier Jungen und Mädchen mit schweren geistigen Behinderungen, aber auch junge Leute, die ihren Mittelschulabschluss machen," so Schulleiter Klaus Altenburger.
So unterschiedlich wie die Kinder mit ihren Begabungen ist am Samstag auch die Palette an Angeboten. In der Heilpädagogischen Tagesstätte findet zum Beispiel eine Rollstuhl-Rallye statt. An einer Station kann man mittels einer Spezialbrille testen, wie sich eine Sehbeeinträchtigung anfühlt. Auch verschiedene Lernspiele, eine Fotoausstellung und Workshops stehen auf dem Programm.
Die Schüler bewirten die Gäste mittels ihrer eigenen Schülerfirmen "Waffelmo" und "Wienerle" und sorgen für die musikalische Umrahmung. Klaus Altenburger und einige Schülersprecher bieten Führungen durchs Haus an.
Mit dem Tag der offenen Tür wollen die Einrichtungsleiter die Scheu nehmen. Schließlich verstehen viele Außenstehende die Werner-Grampp-Schule und die dazugehörigen Einrichtungen immer noch als Sackgasse. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall. Es ist eine Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und eine Chance auf eine Vorbereitung auf ein ganz normales Leben.
"Viele Kinder blühen richtig auf, wenn sie bei uns sind. Gerade Kinder, die eine ziemlich problematische Schullaufbahn hinter sich haben", so Klaus Altenburger. Und Peter Reuschlein betont: "Wir können nicht alle Probleme lösen, aber wir können bei vielen Problemen helfen."
Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 23. April, von 10 bis 14 Uhr statt. kms