Altenkunstadt — Informativ wie auch unterhaltsam war der Martins-Nachmittag im geschmückten Speisesaal des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums St. Kunigund in Altenkunstadt.
Heimbewohner und Gäste verbrachten bei einem bunten Programm schöne Stunden. Einrichtungsleiterin Michaela Kloppe dankte den Damen des Sozialen Dienstes, die sich für das gesellige Beisammensein einiges hatten einfallen lassen. Den Höhepunkt bildete ein kleines Theaterstück, bei dem auch die Heimchefin mitwirkte.
Bei einem Wörterrätsel mussten die Besucher die Leistungsfähigkeit ihrer kleinen, grauen Zellen unter Beweis stellen. Zusammengesetzte Begriffe, in denen der Name Martin enthalten ist, sollten gefunden werden. "Martinslieder, Martinskirche, Martinsmarkt, Martinstag, Martinslos", kam es wie aus der Pistole geschossen. Die Martinsgans durfte im Antwortenkata-log nicht fehlen.
Über besagtes Federvieh informierte Mitarbeiterin Julia. Einer Legende zufolge sollen schnatternde Gänse Martin verraten haben. Er hatte sich versteckt, weil er nicht Bischof von Tours werden wollte. Im Mittelpunkt stand ein Theaterstück über das Leben und Wirken des heiligen Martin. Die Damen des Sozialen Dienstes hatten es einstudiert und auch Einrichtungsleiterin Michaela Kloppe versuchte sich als "Schauspielerin". Betreuungskraft Irene Holhut verkörperte den Soldaten Martin, der auf einem Holzpferd "angeritten" kam, ihre Kollegin Amanda Hanke den frierenden Bettler. Die Zuschauer erfuhren, dass Martin von Tours Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn das Licht der Welt erblickte. Auf Wunsch seines Vaters wurde er Soldat. 356 schied Martin aus dem Militärdienst aus, weil sich dieser mit dem Christsein nicht vereinbaren lasse. Zuvor soll er aber noch als Soldat hoch zu Ross am Stadttor von Amiens mit einem Bettler seinen Mantel geteilt haben.
"Diese Legende hat Martin nicht nur weltberühmt und beliebt gemacht. Sie steht auch für die Nächstenliebe, wie Jesus sie vorgelebt hat", betonten die Darstellerinnen. Seinen Mitmenschen etwas Gutes zu tun, müsse nicht unbedingt materieller Natur sein: "Oft genügt auch schon ein freundliches Wort oder ein Lächeln." Zum Kaffee servierten die Mitarbeiterinnen des Sozialen Dienstes mit Zuckerguss überzogene "Martinsmänner". Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag mit beliebten Martins- und Laternenliedern. Bernd Kleinert