von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Weisendorf — Auf wohlwollende Zustimmung im Weisendorfer Bau- und Umweltausschuss stieß das Vorhaben von "Leben + Raum Projektentwicklung", ein Wohnhaus abzubrechen und eine Scheune umzubauen. Es handelt sich dabei nicht um irgendein Anwesen, sondern um das "Schwane"-Areal an der Kreuzung Höchstadter Straße und Vorstadtstraße. Das denkmalgeschützte Ensemble soll Platz schaffen für Büros und Wohnungen. In den letzten Jahren führte das leer stehende Anwesen im Gemeinderat immer wieder zu Diskussionen. Und Norbert Maier erinnerte noch mal an einen Antrag seiner Fraktion anlässlich der Ortskernsanierung, dass die Gemeinde die "Schwane" erwerben soll, um an der dortigen Kreuzung einen Kreisverkehr zu bauen.
Sowohl Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) als auch Günther Vogel (BWG/FW) sahen die Übernahme und Sanierung durch einen privaten Investor als die bessere Lösung. Als Erstes soll das kleine Wohnhaus samt Nebengebäude an der Vorstadtstraße abgerissen werden. In der zur Schwane gehörenden Scheune sollen zwei Wohneinheiten geschaffen werden. Auch bei den Planern des Topos Teams fand das Vorhaben breite Zustimmung, wie Hertlein dem Gremium erläuterte. So entspreche das Vorhaben den Sanierungszielen und stärke die Ortsmitte als Wohnstandort. Außerdem werde eine ortsbildprägende Bausubstanz erhalten und weiterentwickelt.
Auch die weiteren vorgelegten Bauanträge fanden zwar Zustimmung, aber nicht immer einhellig. Zum Bauantrag "Neubau eines Einfamilienwohnhauses am Geisgrün" von Karen Neumeier und Christof Heurung gab es keine Diskussion.
Für seine umfangreichen Utensilien plant der Obst- und Gartenbauverein den Bau eines etwas längeren Schuppens. Dieser soll als Grenzbau zum benachbarten Tennisverein errichtet werden. Günther Vogel störte sich daran, dass es zur Abstand flächenübernahme nur eine mündliche Zusage des Tennisvereins gibt. Da es sich um Vereinsgelände handelt, liegt es am Ende an der Entscheidung des Landratsamtes, ob diese Vereinbarung schriftlich erfolgen muss.

Zu futuristisches Dach

Schon im Oktober 2013 signalisierte der Bau- und Umweltausschuss die gemeindliche Einvernahme zum geplanten Neubau eines Einfamilienhauses von Annika und Matthias Förster in Mitteldorf. Auch das Landratsamt sprach sich für eine grundsätzliche Genehmigung für den Bau am Ortsrand aus. Der nun vorgelegte Bauantrag wurde allerdings wegen seiner Dachform und nach den Merkmalen der Dachgaubensatzung im Ausschuss sehr kritisch gesehen. Die Bebauung des Grundstückes wurde einhellig begrüßt, aber die "futuristische" Dachform führte dann auch zu einer Diskussion und letztendlich wurde der Bauantrag mit sechs gegen drei Stimmen abgelehnt. Auch um ein geplantes Einfamilienhaus von Anita und Jakob Kreiner am Geisgrün entwickelte sich eine rege Diskussion. Wegen Überschreitung der Baugrenzen muss eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erfolgen, außerdem wurde kritisiert, dass der Abstand zur Straße nur noch drei statt fünf Meter betragen würde. Stefan Groß (FW) kündete mit den Worten "Das Grundstück ist groß genug, um die Begrenzungen einzuhalten" eine Ablehnung an. Die Meinungen zu den Abstandsgrenzen gingen weit auseinander, die Verwaltung legte zwei Beschlussvorschläge vor und mit fünf gegen drei Stimmen wurden schließlich die Befreiungen erteilt.
Eine ähnliche Situation gab es auch beim Bauantrag von Claus Zradavkovic, der ebenfalls am Geisgrün eine Befreiung wegen Überschreitung der Baugrenzen beantragte. Da bereits der vorhergehende Bauantrag deswegen diskutiert wurde, gab es mit acht gegen eins Stimmen das gemeindliche Einvernehmen.

Pult- statt Flachdach

Das gleiche Abstimmungsergebnis gab es dann für einen im Oktober abgelehnten Bauantrag von Johannes Scholz zur Erweiterung einer Doppelhaushälfte an der Erlanger Straße. Da der entsprechende Bereich an der Erlanger Straße zum Randbereich des Sanierungsgebiets "Ortsmitte Weisendorf" gehört und die damals geplanten Gauben nicht den Gestaltungsrichtlinien entsprachen, gab der Ausschuss dem Antrag auf Vorbescheid nicht statt. Jetzt legte Scholz einen Tekturplan vor, in dem die Gauben als Schlepp gauben ausgeführt werden sollen und anstelle eines Flachdaches soll ein Pultdach entstehen. Gegen eine Stimme wurde dem Antrag dann auch zugestimmt.
Ohne Diskussion und einstimmig wurde der Antrag von Rene Kallenbach, trotz mehrerer Befreiungen, befürwortet. "Da es sich nicht um eine Wohnbebauung handelt, sind auch andere und auch mehr Befreiungen notwendig", erklärte Zweiter Bürgermeister Hertlein. Bereits im März hatte der Ausschuss bei einer formlosen Anfrage seine Zustimmung in Aussicht gestellt. So wurden auch ohne Diskussion die Befreiungen zur Länge das Carports, der Überschreitung der Baugrenzen für die Garage, Verkürzung des Stauraums, Lage des Fahrradschuppens außerhalb der Baugrenzen und der Errichtung einer Einfriedung, zugestimmt.