Kreis Lichtenfels — Etwa 630 Wespenarten gibt es in Deutschland. Manche sind nur wenige Millimeter groß, andere fast so groß wie eine Hummel. Lästig werden dem Menschen - wenn überhaupt - nur zwei Wespenarten, die "Gewöhnliche Wespe" und die "Deutsche Wespe".
In diesen Tagen mehren sich, wie der Bund Naturschutz mitteilt, die Anrufe im BN-Umweltbüro Lichtenfels: "In meinem Rollokasten bauen Wespen ihr Nest!" oder "Ein Wespennest in der Gartenhütte - was kann ich tun?" Oft sind die Anrufer verunsicherte Naturschützer, die die summenden Untermieter eigentlich nicht vertreiben wollen, aber sich dennoch ängstigen. Anton Reinhardt, der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, erklärt: "Grundsätzlich stehen alle wildlebenden Tiere, somit auch Wespen, unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Sie dürfen ohne vernünftigen Grund nicht getötet werden." Daher rät das BN-Umweltbüro Lichtenfels, in weniger frequentierten Bereichen des Gartens die nützlichen Insekten walten zu lassen. "Ein kleiner Wespenstaat vertilgt bis zu 3000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere pro Tag und bestäubt bei seinen Beutezügen auch noch Blüten", erläutert Ute Hauptfleisch, Imkerin und BN-Vorstandsmitglied.

Zitronen und Nelkenöl

Als Vorsichtsmaßnahme , zum Beispiel beim Essen im Garten, empfehle es sich, Zitronen(scheiben) mit Gewürznelken zu bestücken - sie sind nicht nur zur Dekoration gut geeignet. Wespen mögen den Geruch von Zitronen und Nelkenöl gar nicht. Zudem sollte man keine Speisen und Getränke ohne Abdeckung draußen stehenlassen. Beim Trinken sollte niemals aus einer Flasche direkt getrunken werden; Kinder sollten womöglich Strohhalme benutzen, um gefährlichen Stichen im Mundraum vorzubeugen.
"Zur Zwetschgenzeit könnte man Wespen rechtzeitig durch eine andere Nahrungsquelle vom Tisch ablenken - weit genug einen flachen Untersetzer mit Zuckersaft oder Fallobst regelmäßig auffüllen. Einzelne lästige Wespen kann man in einem umgestülpten Glas bis zum späteren Freilassen ruhigstellen", erklärt Günter Lutz, BN-Ortsgruppenvorsitzender. Wichtig seien stets ruhige, langsame Bewegungen, damit sich die Wes- pen nicht angegriffen fühlen