Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 994 Euro liegt die Gemeinde Pommersfelden deutlich über dem Landesdurchschnitt von 663 Euro vergleichbarer Kommunen. Ziel des vorliegenden Haushalts wie auch der nächsten Jahre müsse daher ein kontinuierlicher Schuldenabbau sein, schreibt in seinem Vorbericht Pommersfeldens Geschäftsleiter Fedor Glinka. Nach gründlicher Vorberatung in der Mai-Sitzung wurde der Pommersfeldener Gemeindehaushalt 2016 jetzt verabschiedet.
Für das umfangreiche Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von 9,6 Millionen Euro sprachen Bürgermeister Hans Beck (WB Sambach) und das Gremium dem Kämmerer und Geschäftleiter Glinka ihren Dank aus.
Eine in diesem Jahr vorgesehene Kreditaufnahme in Höhe von 180 000 Euro stehe nicht im Widerspruch zur angesagten Haushaltskonsolidierung, so Glinka. Sie sei vielmehr ein Angebot für zinsgünstige Finanzmittel zur Breitbanderschließung mit einem aktuellen Zinssatz von "null Prozent". Neue Baumaßnahmen sollten hingegen - so Glinka - "nur veranschlagt werden, wenn sie sich ohne Neuverschuldung durchführen lassen".
Für die nächsten Jahre ist der Kämmerer durchaus zuversichtlich: 2018 solle die Gemeinde mit den Schulden wieder auf Landesniveau liegen.


Gewerbegrundstücke sind gefragt

Die gemeindlichen Steuereinnahmen hätten sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Der Einkommensteueranteil, eine der wichtigsten Einnahmequellen, steige in diesem Jahr auf rund 1,6 Millionen Euro, das bedeute ein Plus von rund 90 000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer setzte der Kämmerer im diesjährigen Haushalt mit 900 000 Euro an, das sind 100 000 Euro mehr als 2015.
Das Gewerbegebiet Limbach dürfte zu dieser Erhöhung seinen Teil beitragen. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach kleineren Gewerbegrundstücken will Pommersfelden mit der weiteren Erschließung dieses Gewerbestandorts fortfahren. Erfreulich sei die im Verwaltungshaushalt erwartete Zuführung zum Vermögenshaushalt von 531 200 Euro (Ansatz im Vorjahr 334 900 Euro).
Im Vermögenshaushalt sei "starke Zurückhaltung bei neuen Investitionsmaßnahmen" das Gebot der Stunde. Als wesentliche Ausgabe ist die Verbesserung der Breitbandversorgung vorgesehen. Die in den letzten Jahren durchgeführten vielfältigen Investitionsmaßnahmen sind - bis auf die Friedhofsmauer in Sambach als der letzten Dorferneuerungsmaßnahme - abgeschlossen. Die Erschließung der neuen Baugebiete in Sambach und Steppach würden den Haushalt nicht belasten, da sie über Erschließungsträger finanziert werden.
Die Hebesätze der gemeindlichen Steuern bleiben auch in diesem Haushalt konstant: Die Grundsteuern A und B sind mit 370 Prozentpunkten, die Gewerbesteuer mit 340 von Hundert festgesetzt.