Nach dem Abitur wollen viele junge Erwachsene erst mal etwas von der Welt sehen und neue Erfahrungen sammeln. Viele absolvieren deshalb vor dem Studium oder der Ausbildung ein freiwilliges soziales oder auch ökologisches Jahr (FSJ oder FÖJ). Auch die 20-jährige Klara Bretschneider aus Bamberg war 15 Monate in Nicaragua. Wir führten ein Gespräch mit der angehenden Landwirtschaft-Studentin.

Warum haben Sie ein freiwilliges Jahr in Nicaragua gemacht und wie lange?
Klara Bretschneider: Ich hatte mich bei vielen Organisationen beworben. Mein Wunsch war es, nach Süd- oder Mittelamerika zu gehen, da ich Spanisch auch schon in der Schule gelernt habe. Normalerweise kann man nicht selbst beeinflussen, wo man hinkommt. Ich hatte Glück und habe mehrere Zusagen bekommen und mich dann für Nicaragua entschieden. Dies wurde über das Programm "weltwärts - entwicklungspolitischer Freiwilligendienst" organisiert. Nach meinem Abitur bin ich los und war 15 Monate dort. Seit Dezember bin ich wieder hier in Deutschland.

Was waren Ihre Aufgaben während des Auslandsaufenthalts?
Ich habe in Nicaragua bei einer Kakao-Kooperative gearbeitet und in einer Finca gelebt. Dort haben wir Kakao, Kaffee und Gewürze angebaut. Es gab auch Schafe, um die ich mich gekümmert habe. Es ging zudem um Aufklärungsarbeit. Den Menschen in Nicaragua sollen der Schutz des Regenwaldes und die Nachteile von monokultiven Plantagen, auf denen viele Chemikalien eingesetzt werden, nähergebracht werden. Allerdings musste ich mich von dem Gedanken verabschieden, wirklich etwas Grundlegendes vor Ort verändern zu können. Jedoch habe ich wirklich viel gelernt in dem einem Jahr und drei Monaten.

Was war Ihr schönstes Erlebnis während dieser Zeit?
Das Schönste war auf jeden Fall der Kontakt mit der Bevölkerung. Ich habe sehr gute Freunde gefunden, mit denen ich dank Facebook und WhatsApp noch immer engen Kontakt habe. Man schickt Bilder hin und her, da meine Freunde auch wissen wollen, wie es in Deutschland aussieht. Ich hoffe, dass sie mich bald mal besuchen kommen. Außerdem habe ich gemerkt, wie sich meine Sprachkenntnisse mit der Zeit verbessert haben.

Und das schlimmste Ereignis?
Das Schlimmste war, als ich auf einer Insel durch dreckiges Brunnenwasser krank geworden bin. Aufgrund von sehr schlechter Infrastruktur war ein Arztbesuch schwierig.
Auf was haben Sie sich in Deutschland am meisten gefreut?
Auf jeden Fall auf die Schokolade. Bei der Finca wurde zwar Kakao angebaut, aber trotzdem gab es dort keine gute Schokolade.


Die Fragen stellte
Annabelle Gunzelmann