Die Jahresschluss-Sitzung des Stadtrats im Kultursaal bildet traditionsgemäß den Rahmen für Ehrungen und Auszeichnungen - und Abschiede. Diesmal fiel der Beifall für einen der ausscheidenden Mitarbeiter besonders lang und kräftig ausfiel: Frank-Jürgen Sonntag, über 42 Jahre Geschäftsleitender Beamter in der Stadtverwaltung, geht zum Jahresende in den Ruhestand.
Bürgermeister Martin Mittag (CSU) bezeichnete ihn als "ein Stück Seßlacher Geschichte". Sonntag sei als Führungskraft ein Vorbild für seine Mitarbeiter und sei gleichzeitig "jedem auf Augenhöhe" begegnet". Kritisch und selbstkritisch genieße Sonntag Ansehen im gesamten Stadtrat. "Du warst ein geschäftsführender Beamter, wie ihn sich ein Bürgermeister nur wünschen kann. Mit dir geht eine fachliche Spitzenkraft, ein durchweg loyaler Kollege und - für mich persönlich - ein wahrer Freund."
Doch auch auf anderem Gebiet endet eine Ära: Silvia Tauss, jahrelang die Tourismusmanagerin der Stadt, wechselt nun komplett in das Seßlacher Hotel Pörtnerhof. Von da aus wird sie natürlich weiterhin im Arbeitskreis Tourismus mitarbeiten. Aber die Organisation der großen Seßlacher Feste - Mittag nannte Altstadtfest, Weihnachtsmarkt und Pfingsten - wird Nachfolgerin Carolin Franz übernehmen (müssen). "Fragt mal die Silvia" und "Silvia wird's schon richten" seien die Standardsätze gewesen, wenn es irgendwo bei einer Veranstaltung kleine Probleme gab, sagte Mittag. "Mit dir geht eine Kraft, die für die Entwicklung Seßlachs sehr viel bewirkt hat."
Verabschiedet wurden außerdem Annerose Sonntag, die die Nachmittagsbetreuung in Seßlach mit aufgebaut hat, und Monika Borczyk, die für den Reinigungsdienst in der Schule verantwortlich war.
Bürgermeister Mittag dankte den Stadtratsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit und den geladenen Ehrenamtlichen für ihr Engagement. Ohne sie sei vieles nicht machbar - kein Training für Senioren am Galileo-Gerät, keine Essensausgabe in der Flender'schen Spitaltstiftung. Vor allem die Aufnahme, Betreuung und Integration der Flüchtlinge sei ohne ehrenamtliche Sprachlehrer, Helfer in der Kleiderkammer und Fahrdienste nicht möglich. Landrat Michael Busch (SPD) griff dieses Thema auf: Er sei froh, dass die dezentrale Unterbringung so gut klappe. Denn egal, warum die Flüchtlinge kommen: "Wir haben ihnen zu helfen." sb