von unserer Mitarbeiterin Heike Schülein

Teuschnitz — Reichenbachs Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) hatte bereits mehrfach eine kritische Überprüfung der Gebührensätze für nicht-schulische Veranstaltungen in der Turnhalle in Teuschnitz gefordert. Hintergrund war, dass in Reichenbach die Veranstalter viel Geld bezahlen, um die Reichenbacher Halle nutzen zu dürfen.
Schulverbandsvorsitzende Gabriele Weber (CSU), Bürgermeisterin von Teuschnitz, stellte eingangs die bisherigen Benutzungsgebühren für die Teuschnitzer Schulturnhalle vor. Demzufolge zahlt der TSV Teuschnitz eine Pauschalsumme von jährlich 640 Euro. Für die Nutzung der Turnhalle und der Aula der Schule durch Vereine und Organisationen lag bisher der Unkostenbeitrag für die Turnhalle bei 100 Euro/Tag sowie für die Aula bei 60 Euro/Tag. Für die Benutzung der Küche beispielsweise durch das Jugendbildungshaus "Am Knock" wurde bislang ein Unkostenbeitrag von 20 Euro/Tag sowie für die Turnhalle von fünf Euro pro Nutzungstag pauschal fällig.
"Mich haben schon mehrmals Reichenbacher angesprochen, weil sie nicht verstehen, dass sie so viel für die Nutzung der Reichenbacher Halle bezahlen müssen", erklärte Ritter. So zahlten der ATSV und die SLG (Ski-Langlaufgemeinschaft) Reichenbach im Jahr rund 1200 Euro. Die Nutzung der Turnhalle in Teuschnitz sei wesentlich günstiger. Dabei gehöre Reichenbach dem Schulverband an und zahle somit die Kosten für die Teuschnitzer Schulturnhalle prozentual mit. Dies sei der Bevölkerung schwer zu vermitteln.
Im Sinne einer Gleichbehandlung appellierte sie daher, die bisherigen Benutzungsgebühren in Teuschnitz auf den Prüfstand zu stellen und zu erhöhen. In diesem Zusammenhang schlug sie eine Erhöhung der Gebühren für die Turnhalle von Vereinen und Organisationen von 100 Euro pro Tag auf 150 Euro pro Tag vor. "150 Euro für die Nutzung einer solchen Riesenhalle empfinde ich als angemessen", meinte sie, zumal seit der letzten Gebührenfestsetzung im Jahr 2004 Kosten wie Wasser, Kanal, Heizung stark angestiegen seien.


Weber will Vereine fördern

Die Turnhalle wie auch die Aula würden, so Weber, für Veranstaltungen im Jahr nur selten genutzt. "Ich würde das so belassen. Das macht das Kraut auch nicht fett", entgegnete sie. Vielmehr sollte man sich über ehrenamtliches Engagement in den Gemeinden freuen. Die Vereine seien es, die die Gemeinden am Leben erhielten. Für die
Büttenabende seien beispielsweise 50 Leute im Dauereinsatz. "Für mich steht die Vereinsförderung im Vordergrund und den Vereinen würde das sehr weh tun", gab sie zu bedenken. Dem schloss sich Schulleiterin Kerstin Zapf an.
Weber zeigte Verständnis für die Reichenbacher. Leider müsse die Gemeinde Reichenbach die Heizkosten für ihre Halle eins zu eins tragen - im Gegensatz zur Teuschnitzer Schulturnhalle. Da hier die Heizung sowieso wegen der Schule laufe, werde dies anders umgerechnet. Da es Reichenbach finanziell in den letzten Jahren deutlich besser ergangen sei, stellte Weber in den Raum, ob es nicht sinnvoller wäre, dass die Kommune selbst mit ihren Gebühren runter gehe und dadurch ihre Vereine unterstütze. "Wir legen im Jahr zwischen 20 000 Euro und 30 000 Euro an Heizungskosten für unsere Halle drauf", erklärte Ritter. Die Vereine, die die alte Reichenbacher Schule nutzten, müssten jährlich 900 Euro Miete zahlen, was für diese ebenfalls sehr viel Geld sei.
"Reichenbach hält seine Halle nur für die Vereine aufrecht. Das ist doch klar, dass das teurer kommt als eine Halle, die zu 99 Prozent eine andere Nutzung hat", betonte stellvertretender Schulverbandsvorsitzender, Tschirns Bürgermeister Peter Klinger (CSU).
Einstimmig beschloss das Gremium schließlich, die Gebührensätze zu belassen - mit Ausnahme der Nutzung der Turnhalle, beispielsweise durch das Jugendhaus am Knock. Diese Benutzungsgebühren werden ab 1. September von bislang fünf Euro pro Nutzungstag pauschal auf nunmehr fünf Euro pro Nutzungsstunde erhöht. Auch die Benutzungsgebühren für das Schwimmbad wurden - nach einstimmigem Beschluss - geändert. Bürgermeisterin Weber freute sich, dass sich das neue Blockheizkraftwerk bewährt habe. Obwohl noch keine genauen Zahlen vorlägen, habe man einiges eingespart. Teuschnitz liege, so die Bürgermeisterin, in den bisherigen Benutzungsgebühren weit unter denen anderer Kommunen, die größtenteils wesentlich mehr verlangten. Demnach kosten ab 1. September in Teuschnitz Einzelkarten pro Erwachsene 2 Euro (bisher 1,50 Euro). Bei Kindern erfolgte keine Erhöhung. Sie zahlen wie bisher einen Euro. Für die 20-er Karte werden pro Erwachsenen 35 Euro (bisher 17,50 Euro) sowie für Kinder 15 Euro (bisher 12,50 Euro) fällig. Die Jahreskarten, die bislang nicht mehr angeboten wurden, kosten für Erwachsene 80 Euro sowie für Kinder 35 Euro.