von unserem Redaktionsmitglied 
Ekkehard Roepert

Forchheim — Eigentlich seien es "nur viele Kleinigkeiten", sagte Franz Streit, "aber im Großen machen sie ein ungutes Bild." Mit dieser Bemerkung traf der CSU-Bürgermeister den wunden Punkt der Kellerwald-Ästhetik.
Die Stadt hatte ein Planungsbüro beauftragt, das Festgelände zu bewerten und Empfehlungen abzugeben. Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Astrid Hahn (vom Büro P4) brachte gestern eine lange Liste mit in den Stadtrat; darauf hielten sich die positiven Aspekte und die Kritikpunkte in etwa die Waage. Hahn wies aber immer wieder auf das "unruhige Bild" hin, das durch den Einsatz ungleicher Materialien, durch "wildes Plakatieren" oder durch das "Flickwerk aus Beton und Asphalt" erzeugt werde.
Es entstehe kein einheitliches Bild; der Naturraum, der im Kellerwald vorherrschen sollte, werde zugestellt durch "Basteleien", durch Partyzelte, durch Pavillons und durch Wellblech-Elemente. Auch benamste die Landschaftsarchitektin, dass zu viel Müll liegen bleibe; dass es zahlreiche "Sicherheitsmängel" (etwa durch marode Treppen und Handläufe) gebe und dass die Dachlandschaft "durch wahnsinnig verschiedene Dinge" das historische Gesamtbild störe.
Dass die Stadtplanerinnen Petra Güttler-Opitz und Astrid Hahn den Forchheimern "die gestalterischen Defizite vor Augen führten", wie Thomas Werner (CSU) sagte, wurde durch die Bank als anregend empfunden.
Ein Gesamtkonzept müsse her, das die Pächter aber nicht überfordern dürfe, regte Manfred Hümmer (FW) an. Vorrangig sollten aber "die hygienischen und die sicherheitstechnischen Probleme" gelöste werden. Die Kellerwald-Satzung müsse künftig strenger gehandhabt werden, forderten unisono Manfred Hümmer, Reinhold Otzelberger (SPD) und Sebastian Körber (FDP). Gespräche und Beratung als Erfolgsweg, das empfahl Otzelberger. Gerhard Zedler (Chef des Bauamtes), Franz Streit und Vertreter des Ordnungsamtes sind diesen Weg bereits ein Stück weit gegangen. "Viele schreckliche Folien-Dächer sind schon weg", sagte Zedler. Das Verständnis der Wirte sei groß, "doch noch haben wir nicht alle erreicht".
Eine grundsätzliches Problem sah Udo Schönfelder (CSU) darin, dass die Kosten im rechten Verhältnis zur Kundenfrequenz stehen müssten. "Schärfere Regularien könnten die Wirte überfordern - dann geht es bei vielen gar nicht mehr".
Entscheidend sei, meinte Gerhard Meixner (FGL), dass es jetzt "eine Sensibilisierung für die Missstände" gebe - "und eine Handlungsempfehlung, wie wir den Kellerwald betrachten sollten". Wie das quer durch die Fraktionen geforderte Gesamtkonzept aussehen könnte, wird sich wohl frühestens Ende des Jahres herausstellen. Denn die Regulierung des Gesamtbildes per Satzung dürfte problematisch werden, sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO). Das Verwaltungsgericht München habe die Stadt darauf hingewiesen, dass sie die Dinge im Kellerwald privatrechtlich regeln sollte. Denn die Stadt ist Eigentümerin vieler Grundstücke. Aber auf den meisten der 24 Keller sei die Eigentumsfrage rechtlich verzwickt, deutete Stumpf an.