Einige Spaziergänger schauten überrascht, als sie an am Oertelhof in Heiligenstadt vorbeiliefen. War etwas passiert, schließlich rollte die Feuerwehr Schläuche aus? Zum Glück nicht, denn es handelte sich um eine Übung. Genauer gesagt, um eine Leistungsprüfung.
"Wir haben die letzten zwei Wochen fleißig geübt", erzählte der zweite Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenstadt, Paul Bächmann. Denn die Handgriffe müssen im Einsatz sitzen. "Wenn etwas passiert, muss das Programm automatisch ablaufen, deshalb wird viel geübt und heute wird die Prüfung abgenommen", erklärte Bächmann.
Bächmann selbst kam aus familiären Beweggründen zur Feuerwehr: "Mein Vater war vor mir zweiter Kommandant. Er bewegte uns, Mitglied bei der Jugendfeuerwehr zu werden." Zudem bereite es ihm Freude, anderen Menschen zu helfen. Das für ihn schlimmste Erlebnis war, als sich ein Bub bei einem Sturz den Fahrradlenker in den Oberschenkel getrieben hatte, erinnert er sich. Der damals verletzte Junge ist mittlerweile ebenfalls Mitglied bei der Feuerwehr. "Im Einsatz reagieren wir automatisch, aber danach oder wenn man auf den Rettungsdienst warten muss, dann fängt man an nachzudenken", sagte Bächmann.
Deshalb seien Übungen und Leistungsprüfungen so wichtig. Kreisbrandinspektor Reinhold Schumm, Kreisbrandmeister Siegfried Kormann und Schiedsrichter und erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sambach, Klaus Neudecker, kontrollieren die Knoten, die die erste Gruppe binden musste.
Doch nicht nur die Experten beobachten das Geschehen. Auch die dreijährige Magdalena Bächmann interessiert sich für alles, was mit Feuerwehr zu tun hat. Die junge Dame hattte den Papa, den Onkel und die Tanten begleitet, um zu sehen, ob sie alles richtig machen.


Erziehung prägt den Eintritt

Eine der Prüflinge in Gruppe 2 war Petra Stark, die mit 14 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten ist: "Das kommt von meiner Erziehung. Da habe ich mitbekommen, dass man anderen helfen und sich für die Gemeinschaft einsetzen soll." Während Petra Stark übt, kümmert sich ihre Mutter um ihre Kinder.
Die Prüfung legt sie ab, weil sie für den Ernstfall gut vorbereitet sein will, aber auch, um den Männern zu zeigen, was sie und die anderen vier Frauen so können. Kathrin Hofmann geht noch zur Schule. Ihr macht die Kameradschaft Spaß und sie lernt gern Neues dazu.
Allen Feuerwehrleuten ist es wichtig, Menschen in Not zu helfen. Die erste Gruppe musste im Freien einen Löscheinsatz durchführen und Gerät aufziehen. Nach der Übung gaben die Beobachter Tipps, waren aber mit der Leistung sehr zufrieden. Das Gleiche galt für die zweite Gruppe. Anschließend wurden die Abzeichen an die Prüflinge überreicht. Carmen Schwind