Zum Thema "Flüchtlinge in Langensendelbach" hatte die Gemeinde eine außerordentliche Bürgerversammlung ins Gasthaus Zametzer gerufen. Die Bürger sollten dabei auf die Ankunft der 23 Flüchtlinge im April vorbereitet werden. Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) erläuterte, dass die Gemeinde hier eine Mitwirkungspflicht habe und diese auch ernst nehme.
Erfreulich sei dabei, dass die Hilfsbereitschaft schon jetzt sehr groß ist. "Allerdings müssen wir auch die Sorgen und Kritik der Bürger ernst nehmen, die noch ihre Zweifel hegen. Für uns ist das ebenfalls Neuland", sagte Siebenhaar.


Kultur und Lebensgewohnheiten

Damit ein Zusammenleben gelinge, müssen sich die Asylbewerber laut Siebenhaar mit den Lebensgewohnheiten vor Ort und auch der dort gelebten Kultur vertraut machen. Regierungsdirektor Frithjof Dier erklärte die Situation im Kreis Forchheim.
Zurzeit kommen demnach wöchentlich 23 Flüchtlinge an, die anschließend auf die Gemeinden verteilt werden. Für Langensendelbach bedeutet dies, dass die ersten Flüchtlinge voraussichtlich am 4. April eintreffen werden. Es werden wohl vorwiegend Syrer sein. "Die Betreuung muss vom Vermieter 24 Stunden am Tag gewährleistet sein", so Dier.
Die Erfahrungen in den anderen Gemeinden wie Ebermannstadt, Gößweinstein, Neunkirchen und Obertrubach zeigten, dass es nahezu keine negativen Vorkommnisse gebe. "Wir stehen den Gemeinden am Anfang bei der Bewältigung der Aufgaben hilfreich zur Seite", sagte Werner Lorenz. Er ist hauptamtlicher Koordinator der Caritas Forchheim. Thomas Laitsch, der Koordinator in der Gemeinde Obertrubach, berichtete den Zuhörern, welche Erfahrungen man dort gemacht hat. "Man muss das Thema Flüchtlinge mit offenem Visier angehen", sagte er.
Die Flüchtlinge erlebe er als Menschen mit Sorgen und Ängste, die sich von denen der Obertrubacher kaum unterschieden. "Sie haben ein Selbstwertgefühl und sind nicht gekommen, um sich die Fränkische Schweiz anzusehen. Sondern weil sie vor einem fürchterlichen Bürgerkrieg geflüchtet sind", sagte der Obertrubacher. Eine Zuhörerin fragte, wie man die Sprachbarrieren am besten umgehen könne. "Reden Sie einfach Deutsch. Fränkisch geht auch aber. Reden Sie das ist der beste Deutschunterricht", sagte Laitsch.