Die Liebesgeschichte von Margarete und Sebastian Senger gleicht einem Film: Es war 1948, als sich die gebürtigen Bamberger zum ersten Mal getroffen haben. Margarete (heute 84) ruderte mit ihrer Freundin in einem Boot über die Regnitz, als der damals 18- jährige Sebastian (heute 86) mit seinem Boot näherkam. Der kecke Bursche klaute der damals 16-Jährigen die Ruder und kam so mit ihr ins Gespräch. "Ihr schönes Lächeln und ihre tolle Figur fielen mir gleich auf", schwärmt er. Ganz Kavalier brachte der gelernte Bauschlosser seine Herzensdame nach Hause. Einen kleinen Abschiedskuss gab es auch. "Unter der Laterne, weißt du das noch?", lächelt die gelernte kaufmännische Angestellte ihren Mann an.
Nur zwei Jahre später bekamen die beiden ihre Tochter. Und am 29. September 1951 ließen sich sie trauen. Ein Jahr darauf kam ihr Sohn zur Welt, der jedoch bald verstarb. "Es war schlimm", erinnert sich die 84-Jährige. Trotzdem hielten sie zusammen und überstanden auch diesen schweren Schlag.
Die Familie reiste viel durch Europa. Italien, Frankreich und Österreich sind nur ein paar Länder, die sie zusammen besuchten. Außerdem feierten sie liebend gerne Fasching und das jedes Jahr bis heute. Inzwischen sind noch zwei Enkel sowie drei Urenkel dabei. Das Paar teilte lange Zeit das Hobby, ihren eigenen Garten zu pflegen oder Schafkopf zu spielen.
Das Geheimnis ihrer langen Ehe? "Aufeinander eingehen und das Beste daraus machen", erklärt Margarete Senger. "Vertrauen", wirft ihr Mann ein. Sie nickt: "Gestritten haben wir fast gar nicht. Das kennen wir nicht. Eifersüchtig war ich auch nie!"


Große Feier mit der Familie

Dass sie jemals ihre eiserne Hochzeit erleben würden, hätten sie nie gedacht. Die 84-Jährige lacht: "Nein, niemals habe ich gedacht, dass wir das erreichen." Erst vor einigen Monaten erlitt Margarete einen Herzinfarkt und musste für acht Wochen ins Krankenhaus. "Wir haben alle gedacht, dass sie von uns geht. Ich habe es nicht erwartet und bin sehr froh, dass sie hier ist und wir zusammen feiern können", erklärt ihr Mann. Umso mehr genossen sie am Sonntag die große Feier im Kreis ihrer Familie. Zu ihrer eisernen Hochzeit gratulierte auch Stadtrat Helmut Müller (CSU) im Namen der Stadt.