Die örtliche Musikschule hat das ihr von der Gemeinde gesetzte maximale Defizit überschritten. 101 000 Euro muss die Gemeinde heuer zuschießen, die Prognose für die Folgejahre fällt nicht geringer aus. Im Jahr 2017 könnte der Betrag sogar bei 117 000 Euro liegen.
"In den Ausschüssen haben wir nach Wegen gesucht, das Defizit zu finanzieren, ohne die Musikschule über den Haufen zu werfen", informierte Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) seine Gemeinderäte. Beträge jenseits von 100 000 Euro seien für die Gemeinde viel Geld. Doch jeder sei von der Musikschule überzeugt, die Kinder seien dort gut aufgehoben. "Wir sparen uns einen Sozialarbeiter", sagt Rast unter breiter Zustimmung.
Dennoch muss langfristig eine Lösung gefunden werden, dass Defizit zu reduzieren. Eine Erhöhung der Gebühren wird deshalb wohl nicht umgangen werden können, zumal die letzte Erhöhung bereits vier Jahre zurückliegt. Für eine Diskussionsgrundlage wurden die Preise der umliegenden Musikschulen mit denen der Igensdorfer verglichen und hierbei zwei Varianten einer möglichen Preiserhöhung durchgespielt.


37 auswärtige Schüler

Würde man die Preise beispielsweise an die der Ebermannstadter Musikschule anpassen, könnte die Musikschule Mehreinnahmen in Höhe von 20 000 Euro erwirtschaften.
Zudem könnten auswärtige Schüler einen Aufschlag von zehn Prozent zahlen. Immerhin besuchen derzeit 37 auswärtige Schüler die Musikschule in Igensdorf. Auswärtige Erwachsene zahlen schon jetzt einen Zuschlag von 20 Prozent. Der Einzelunterricht beträgt derzeit 52 Euro. Ebermannstadt verlangt 58 Euro, Forchheim 60 Euro und Lauf sogar 63 Euro.
Leiterin Sabine Fischer fürchtet jedoch bei einer zu hohen Erhöhung, dass viele Schüler abspringen würden, was wiederum zum Problem für die Lehrer werden könnte.


Dynamische Erhöhung

Peter Friedrich (Bürger Union Igensdorf) plädierte für eine Anpassung auf 58 Euro pro Einzel-stunde, aufgrund des qualitativ hochwertigen Musikunterrichts. "Hier wird etwas geboten. Die hohe Qualität bekomme ich nicht für billiges Geld", stimmte Rast zu.
Zusätzlich soll jährlich eine dynamische Erhöhung um fünf Prozent erfolgen. Der Versuch der Gebührenerhöhung startet im Schuljahr 2017/ 2018.