Kronach/Wien — Sie haben gestrahlt: Die Rettungshunde-Teams der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing, nachdem sie im Atomkraftwerk Zwentendorf in Niederösterreich einen von insgesamt vier Ausbildungstagen für Personenspürhunde erfolgreich absolviert hatten. Gestrahlt haben sie jedoch nur vor Freude ob der idealen Trainingsbedingungen dort, denn das Kernkraftwerk ist das einzige, welches zwar fertig gebaut wurde, aber nie in Betrieb ging. Eine Volksabstimmung in Österreich hat die einst geplante Inbetriebnahme verhindert und den Abschied von der Kernenergie in Österreich besiegelt. "Das Kraftwerk bietet ideale Versteckmöglichkeiten für die Ausbildung von Suchhunden", so Manfred Burdich, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing. "Sogar der Reaktor selbst diente mitunter als Versteck, welches die Hunde finden und anzeigen mussten." In dem weitläufigen Areal konnten nahezu alle realen Situationen in der Sucharbeit nachgestellt und trainiert werden.
Der Ausbildungstag im Atomkraftwerk Zwentendorf war aber nur ein Teil eines mehrtägigen deutsch-österreichischen Man trailing-Camps, das jetzt bereits zum vierten Mal in Folge stattfand. Organisiert wird dieses Camp regelmäßig von der Kronacher Arbeitsgemeinschaft Mantrailing-Rettungshundestaffel & Therapiehundezentrum und deren österreichischen Partnerorganisation AMTÖ (Arbeitsgemeinschaft Mantrailing und Therapiehunde Österreich).
Neben dem Akw Zwentendorf bot auch das ehemalige Stahlwerk der Innerberger AG, aus dem später die Hammerbrotwerke in Schwechat (Niederösterreich) entstanden sind, eine traumhafte Kulisse für die Rettungshundearbeit. Dieses Stahlwerk wurde 1871 als Kokshochofenanlage zur Versorgung des Wiener Umfeldes mit Rohstahl errichtet. Am selben Standort entstand dann dort 1909 die erste Fabrik der Hammerbrotwerke. Heute ist dieses Areal, das einem Industriedenkmal gleicht, für normale Passanten nicht mehr begehbar. Nur für wenige Personengruppen ist der Zutritt noch möglich - so zum Beispiel für die Suchhundeteams der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing und für die der AMTÖ.
Der Abschluss des Ausbildungscamps fand in der Steinwandklamm statt. Die Steinwandklamm ist eine der schönsten, wildesten und interessantesten Karstklammen in Niederösterreich. Die teilnehmenden Suchhundeteams aus Deutschland und Österreich konnten ihre Fähigkeiten auf Brücken, Stiegen und über tosende Wasserfälle in der Klamm beweisen. Auch einige Höhlen in der Umgebung der Klamm dienten als Schauplatz für dieses außergewöhnliche Training. Auch 2016 sind wieder zwei deutsch-österreichische Mantrailing-Camps geplant: im Frühjahr in Kronach und Umgebung und im Spätsommer irgendwo in Österreich. bu