von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Himmelkron — Die heiße Phase der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie beginnt. Vor wenigen Tagen wurde der Tarifvertrag offiziell gekündigt, am 14. Januar startet in Augsburg die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern. Begleitet wird sie von einer Kundgebung der IG Metall, an der auch Mitglieder aus Ostoberfranken teilnehmen werden.
"Die Tarifrunde wird nicht einfach" appellierte Erster Bevollmächtigter Volker Seidel am Donnerstag bei der Delegiertenversammlung an die Kollegen. Konkret geht es um 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt ab 1. Januar. Daneben kämpft die IG für einen verbesserten Tarifvertrag zur Altersteilzeit sowie erstmals um einen eigenen Tarifvertrag Bildungsteilzeit.

Vor allem für die Jüngeren

Regelungen dazu sollen gerade mit Blick auf die jüngeren Mitglieder festgeschrieben werden. Hier gebe es dringenden Handlungsbedarf, sagte Seidel. Im Kern gehe es vor allem um Freistellungsmöglichkeiten zur Weiterbildung und eine entsprechende finanzielle Absicherung. "Fundierte Weiterbildung ist so einfach nebenbei nicht zu schaffen." Außerdem, so Seidel, müsse man sie sich leisten können.
Als zweiter wichtiger Punkt sollen auch wieder flexiblere tarifliche Altersteilzeitmodelle ausgehandelt und an den neuen abschlagsfreien Rentenzugang nach 45 Versicherungsjahren angepasst werden. Wenn die Altersteilzeit erst einmal weg ist, dann kommt sie so schnell nicht wieder, sagte Seidel und verwies auf die Vorschläge der Arbeitgeber. Sie wollten die Altersteilzeit nur mehr als freiwilliges Angebot aufrechterhalten und lehnen die Bildungsteilzeit komplett ab.

Gesellschaft gibt Rückenwind

"Arbeit und Leben müssen besser miteinander vernetzt werden, deshalb setzen wir uns für Alters- und Bildungsteilzeit ein", so Seidel. Rückenwind bekommt die Gewerkschaft von der positiven Berichterstattung und zustimmenden Reaktionen aus der Gesellschaft. Neben der Entgeltforderung wird vor allem die Bildungsteilzeit als innovatives Element positiv bewertet.
Bestätigt sieht sich die IG Metall Ostoberfranken auch in ihrer Mitgliederentwicklung, die sich relativ konstant bei knapp über 12 000 eingependelt hat. Ein Problem ist aber, dass aktuell nur etwa 6500 Mitglieder aktiv im Erwerbsleben stehen. Die restlichen Mitglieder sind Rentner und so genannte Ein-Prozent-Zahler. Insgesamt stehen heuer 689 "Verlusten" 427 Neuaufnahmen gegenüber. "Damit fangen wir den demographischen Wandel nicht auf", sagte Seidel, der für 2015 jedoch eine stabile Entwicklung erwartet.