Die gebürtige Bambergerin Alexandra Draheim feierte ihren 100. Geburtstag im Seniorenzentrum Gundelsheim.
Geboren wurde sie als dritte Tochter von Paul und Mathilde Köttnitz. Kurz vor dem Abitur musste sie das Gymnasium der Englischen Fräulein jedoch verlassen, weil ihr Vater, Bambergs erster Landrat seit 1925, wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus fristlos seines Amtes enthoben und später nach Würzburg versetzt wurde. Dort machte sie 1935 das Abitur und begann das Musikstudium.
1937 heiratete sie den Dipl.-Landwirt Werner Draheim und zog mit ihm in die Mark Brandenburg. Nach schrecklichen Kriegserlebnissen und dem Verlust aller materiellen Güter kam sie mit drei kleinen Kindern 1945 als Flüchtling in ihre Heimat zurück, fand Unterkunft im Drosendorfer Schulhaus und unterrichtete dort alle acht Klassen, jeweils vier zusammen.
Dann ging es aus beruflichen Gründen ins Münsterland, wo ihre jüngste Tochter zur Welt kam. Nach dem frühen Tod ihres Mannes, 1964, ließ sich Alexandra Draheim zur Ehe- und Familienberaterin der Diözese Münster ausbilden und arbeitete engagiert bis zum Pensionsalter.
Ihr ganzes Leben lang war sie interessiert an allen gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, besuchte bis zum 98. Lebensjahr Literaturseminare und Französischkurse, spielte täglich Klavier und versorgte ihre Wohnung und den Garten mit Hingabe.
Noch heute löst Frau Draheim das wöchentliche Rätsel aus der FAZ, das als nicht einfach gilt. 2002 musste sie den plötzlichen Tod ihres Sohnes und in ihrem 100. Lebensjahr den Verlust ihrer ältesten Tochter ertragen.
Seit April 2015 lebt die Jubilarin nun wieder in ihrer geliebten fränkischen Heimat und hat im Seniorenzentrum Gundelsheim ihr neues Zuhause gefunden. Täglich besuchen die Töchter Marianne und Stefanie ihre Mutter und umsorgen sie liebevoll. Ihren sieben Enkeln und acht Urenkeln ist sie ein Vorbild an Selbstdisziplin, unabhängigem Denken und persönlicher Bescheidenheit.
Neben ihrer großen Familie gratulierten Frau Draheim zum 100. Geburtstag unter anderen der stellvertretende Landrat Johann Pfister, der Bürgermeister von Gundelsheim, Jonas Merzbacher und Monika Röther, Geschäftsführerin der Seniotel Pflegedienst gGmbH. Auch Irene Hübner, die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Gundelsheim, Pfarrer Alexander Berberich und Ivonne Wagner, die Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums, überbrachten Glückwünsche. red