Das Radwegenetz in Stadt und Landkreis wird derzeit überarbeitet: Erster Schritt dafür ist ein sogenanntes Radwegekataster, in dem alle Wege erfasst werden und alle Punkte, an denen Hinweisschilder für Radfahrer installiert werden müssen. Dabei sollen auch die vorhandenen Hinweisschilder ausgetauscht werden, erläuterte Marita Nehring am Montag im Verwaltungssenat. Die Beauftragte der Stadt für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) ist auch zuständig für die Radwege, zumindest, was deren Ausweisung angeht.
Wenn jetzt das rund 700 Kilometer lange Netz der Radwege in Stadt und Landkreis neu erfasst wird, gehe es in erster Linie um die Alltagswege, sagte Nehring: Wie geht's per Rad am besten zu den Firmen, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten? Freizeit- und touristische Ziele stehen da erst an zweiter Stelle. Außerdem wollen Stadt und Landkreis die Übergabepunkte mit den Nachbarlandkreisen abstimmen, um auch überregional durchgehende Verbindungen zu gewährleisten.
Kurz: Die Beschilderung soll übersichtlicher und klarer werden. Das soll den Radfahrern die Orientierung erleichtern und gleichzeitig den übrigen Verkehrsteilnehmern in Erinnerung rufen, dass auch Radler unterwegs sind.
Marita Nehring erwartet, dass in der Stadt wegen der vielen Kreuzungen pro Kilometer bis zu fünf Schilder aufgestellt werden, im Landkreis eher weniger. Deshalb dürften die Kosten für Stadt und Landkreis in etwa gleich hoch sein. Das Radwegenetz der Stadt allein umfasst rund 250 Kliometer.
Umsonst sind neue Schilder freilich nicht zu haben. Doch Marita Nehring zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen könnte, Fördermittel zu erhalten. Zum einen können sich Stadt und Landkreis um einen Zuschuss aus der Nationalen Klimaschutzinitiative bewerben. Würde das Projekt angenommen, wäre schon mal die Hälfte der erwarteten Kosten von rund 470000 Euro gedeckt. Was den Rest angeht, könnten Stadt und Landkreis Geld aus dem Leader-Programm erhalten. Da sind bis zu 60 Prozent drin, so dass am Ende, wenn alles klappt, 80 Prozent der Kosten von EU, Bund und Freistaat finanziert werden würden. Der Eigenanteil von Stadt und Landkreis würde dann bei jeweils 47000 Euro liegen, verteilt auf zwei Jahre.
Doch zunächst muss der Antrag auf Fördermittel gestellt werden. Dem stimmte der Verwaltungssenat zu. Im städtischen Haushalt wird das Geld freilich nur dann bereitgestellt, wenn die Anträge auf Zuschüsse den erwarteten Erfolg haben. sb