Zu einem christlichen Brauch sind die Hubertusmessen geworden, in denen Jäger und Freunde des Waidwerks mit Blasinstrumenten den musikalischen Teil des Gottesdienstes gestalten. Seit vielen Jahren wird die Messe auch in der Basilika Vierzehnheiligen gefeiert.
Die Parforcegruppe des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins Lichtenfels beeindruckte am Samstag mit kräftigem Hörnerklang. Die Bläser und Bläserinnen wurden vom Basilikaorganisten Georg Hagel an der Orgel begleitet. Vor der Basilika blies die Fürst-Pless-Horn-Bläsergruppe aus Bad Staffelstein vor und nach dem Gottesdienst traditionelle Jagdsignale.


Leuchtendes Kreuz im Geweih

Vor dem Antoniusaltar in der Basilika waren waidmännische Motive arrangiert, das Hubertuskreuz leuchtete zwischen dem Gehörn eines Hirsches, der aus einer stilisierten Tannenschonung trat. Buntes herbstliches Laub umrahmte die jagdliche Szene. Franziskuspater Stanislaus Wentowski mahnte in seiner Predigt zur Abkehr von einer unverantwortlichen Jagd und zur Hinwendung an die pflegliche Behandlung der vom Schöpfergott dem Menschen anvertrauten Tier- und Pflanzenwelt. Um die Schöpfung zu erhalten, müssten die Jäger regulieren und das Gleichgewicht wieder herstellen. Im jagdlichen Tun zeige sich diese Verantwortung gegenüber Gott und seinen Geschöpfen in Waidgerechtigkeit und Hege. "Meiner Ansicht nach ist es leichtsinnig, aufgrund von wenig Ahnung und Wissen einen Jäger als Mörder zu bezeichnen", sagte der Geistliche.


"Waidmanns Heil"

Es würden sich immer wieder welche finden, die alles besser wüssten und entsprechend Stimmung machten. "Entscheidender ist, dass sie ihrem Kodex treu bleiben und sich im Dienste Gottes sehen", unterstrich der Pater. Mit "Waidmanns Heil" vor dem Amen beendete Pater Stanislaus seine Ansprache.
Organist Hagel integrierte meisterhaft die symphonische Großorgel in den Klang der Hörner und füllte das gewaltige Raumvolumen der Basilika. Tonsicherheit und Freude an der Musik prägten die Interpretationskunst der Waidmänner im grünen Rock. Machtvoll erklang zum Einzug der Introitus aus der "La Grande Messe de Saint Hubert" von Jules Cantin (1874-1956). Nach der Wandlung ertönten die Glocken. Auch diese instrumentale Besonderheit beherrschen die Bläser mit tiefsten und höchsten Tönen. Nach dem "Agnus Dei" und dem Segen wechselten sich Gemeinde, Bläser und Orgel ab. Zum Auszug erklangen noch einmal die Hörner mit der Hymne an St. Eustachius von Tyndare Grayer. Danach beschloss Georg Hagel mit einer freien Orgelimprovisation über Themen der Hubertusmesse den Gottesdienst. Die Mitwirkenden: Petra Treuter, Martina Neu, Sylvia Tempel, Uwe Hollfelder, Dr. Peter Neu, Jürgen Treuter, Volker Pohl, Hermann Angermüller und Andreas Winkler, musikalische Leitung: Zdenek Fiala.