Der Haushaltsplan für 2017, den Kämmerer Christian Kropfelder dieser Tage vorlegte, kommt in diesem Jahr ohne Neuverschuldung über die Runden, ließ sich zur Liquiditätssicherung aber vier Millionen Euro als Höchstbetrag für Kassenkredite genehmigen. Das Haushaltsvolumen beläuft sich auf 32,65 Millionen Euro; es ist gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent gesunken.
Bei den Investitionen tritt der Markt heuer etwas kürzer: Das Volumen von 7,6 Millionen Euro liegt um rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das ist allerdings vor dem Hintergrund zu sehen, dass Hirschaid etwa für die Schulsanierung, neue Kindergartenplätze oder im Zusammenhang mit dem Ausbau der ICE-Strecke und beim Ersatz für Pendlerparkplätze vor kostspieligen Aufgaben steht. Darauf machte Bürgermeister Klaus Homann (CSU) eingangs der Haushaltsberatung aufmerksam.
Gemeindliche Kosten für den ICE-Ausbau sind im Budget 2017 nur in vergleichsweise geringem Umfang für etwaige Architektenleistungen enthalten, erklärte Kropfelder auf Anfrage von Gerd Porzky. Der Vorsitzende der FW-Fraktion hatte sich gewundert, dass von den drei bis vier Millionen Euro, die Hirschaid in die Neugestaltung des Bahnhalts investieren muss, nichts im Etat zu finden ist. Homann berichtete dazu, dass er sich gegenwärtig um Verhandlungen mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zur Förderung der Hirschaider Verkehrsprojekte bemühe.


Viel Geld für Straßenbau

Für 2017 hat sich der Markt Investitionen in den Straßenbau und in die Platzgestaltung in einem Umfang von 1,26 Millionen Euro vorgenommen. In die Wasserversorgung, hauptsächlich in Verbesserungen für Seigendorf, fließen 1,1 Millionen. Euro. Die Schulen werden mit einem Aufwand von 852 000 Euro saniert, die Abwasserbeseitigung verschlingt eine Million Euro. Für die Friedhofsgestaltung werden 450 000 Euro bereitgestellt, 350 000 Euro dienen der Verbesserung des Brandschutzes. Eine knappe Million steht für den Erwerb von Grundstücken zur Verfügung.
Planmäßig werden Kredite in einem Umfang von 874 500 Euro getilgt. Finanziert wird der Vermögenshaushalt durch die Zuführung vom Verwaltungshaushalt in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Ferner werden aus dem Verkauf von Bau- und Gewerbegrundstücken 1,4 Millionen Euro einkalkuliert. An Zuschüssen vom Staat werden 1,2 Millionen Euro erwartet und 867 000 Euro sollen an Erschließungsbeiträgen eingehen. Aus dem Vorjahr kann schließlich noch der Sollüberschuss in Höhe von 1,24 Millionen Euro aufgezehrt werden. Im Verwaltungshaushalt zeigt sich, dass die Einkommensteuerbeteiligung mit 6,85 Millionen Euro mittlerweile zur wichtigsten Einnahmequelle geworden ist.
Was die Daseinsvorsorge betrifft, lässt sich die Gemeinde nicht lumpen. So werden die Sach-/Personal- und Betriebskosten der Kindergärten von 4,76 Millionen Euro mit rund zwei Millionen Euro aus allgemeinen Steuermitteln gedeckt. Gebühren und Betriebskostenzuschüsse summieren sich auf nur 2,64 Millionen Euro. Der Schulbetrieb in Hirschaid, Sassanfahrt, Hallerndorf und die Schülerbeförderung schlagen mit 1,67 Millionen Euro zu Buche, die Dreifachsporthalle Regnitzarena mit 722 000 Euro. Die Eintrittsgebühren des Erlebnisbades Frankenlagune erbringen rund 425 000 Euro, dessen Gesamtkosten belaufen sich aber übers Jahr gesehen auf 1,57 Millionen Euro. Nicht kostendeckend sind auch die Wasserver- und Abwasserentsorgung. Aus dem Trinkwasserverbrauch werden 985 000 Euro erlöst, gebraucht werden 1,28 Millionen Euro. Die Abwassergebühren addieren sich auf 915 000 Euro, aber 1,06 Millionen sind erforderlich. Da ist es gut, wenn aus der Konzessionsabgabe für Strom und Gas 388 500 Euro in die Gemeindekasse münden oder 2 882 700 Euro aus dem allgemeinen Grundvermögen.


Die "dicken Brocken"

Aber da sind ja auch die "dicken Brocken" neben der Einkommensteuer: Das Gewerbe zahlt voraussichtlich 3,8 Millionen Euro an die Gemeinde. An Schlüsselzuweisung sind 1,95 Millionen Euro avisiert. Die Umsatzsteuerbeteiligung hat der Kämmerer mit 615 000 Euro angesetzt und den Familienleistungsausgleich mit 530 000 Euro. Die Hirschaider Grundbesitzer zahlen 1,4 Millionen Euro an Grundsteuern A und B.
Auf der Ausgabenseite des Verwaltungshaushalts ragt die Kreisumlage in Höhe von 4 991 000 Euro heraus. Die Gemeindeverwaltung, einschließlich Bürgermeister und Gemeinderat, hat einen Finanzbedarf von 2,47 Millionen Euro. Dagegen fallen die Zinsausgaben von 99 200 Euro für Darlehen und Kassenkredit kaum ins Gewicht. Dabei sind die Schulden der Marktgemeinde aufgrund jüngster Investitionen, unter anderem in die Sanierung des Schlosses Sassanfahrt, im Verlauf des Jahres 2016 auf 7,86 Millionen Euro gestiegen.
Die Pro-Kopf-Verschuldung beziffert Kämmerer Kropfelder mit 650 Euro (Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen: 703 Euro). Die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie für die Gewerbesteuer beließ der Marktgemeinderat bei 360 Prozent.
Und am Schluss spendete er dem Kämmerer dankbar Beifall für sein Zahlenwerk, das denn auch mit keinem Wort kritisiert worden war.