Wie vielfältig sich die Arbeit der Verkehrswacht gestaltete, machte der Rückblick von Vorsitzendem Walter Mackert bei der Jahresversammlung in der Gaststätte Hellmuth klar. Höhepunkte waren der Verkehrssicherheitstag, am dem 111 Kinder teilgenommen hatten, die Übergabe tragbarer Sicherheitsdreiecke an Erstklässler, die Beteiligung am Altstadtfest mit Verkehrsquiz sowie die Aufstellung von sechs Strohpuppen vor Grundschulen, um Autofahrer zu mahnen, hier den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.


Vielgliedrige "Sicherheitskette"

Mackert unterstrich die Bedeutung der vielgliedrigen "Sicherheitskette", die dazu beitrage, dass es im Raum der Gebietsverkehrswacht in den vergangenen 25 Jahren keinen nennenswerten Unfall mit Schülern gab. Wichtig seien neben den Eltern als Vorbild auch Kindergärten, Schulen, Schulweghelfer, Kommunen, Polizei, Firmen, Sponsoren und alle, die sonst die Arbeit der Verkehrswacht unterstützen.
Bei der Frage, welchem gemeinnützigen Zweck ausgesprochene Geldbußen zugute kommen, seien die Verkehrswachten mit ihrer nützlichen Arbeit nahe liegend, betonte Franziska Winkler, die zusammen mit Julia Haderlein für die Staatsanwaltschaft Coburg gekommen war. Er ziehe den Hut vor der Arbeit der ehrenamtlich wirkenden Mitglieder, die für die Verkehrssicherheit viel Freizeit opfern, meinte Bürgermeister Jürgen Kohmann. Auch den fachkundigen Rat der gefährliche Stellen in der Kommune analysierenden Verkehrswachtlern im Rahmen der Verkehrsschauen schätze man seitens der Stadt sehr.
Vorsitzender Mackert gab auch einen kurzen Ausblick auf die künftige Arbeit. Neben den bewährten Veranstaltungen und Aktionen überlege man wie schon früher einmal die Anbringung von gelben Punkten an kritischen und unübersichtlichen Stellen auf dem Schulweg, wo besonders aufgepasst werden muss. Diskutiert wird auch die Anschaffung von so genannten "Move-it"-Kisten. Ausgestattet mit Utensilien wie Frisbeescheiben oder Seidentüchern sollen diese die Bewegungs- und Verkehrssicherheit fördern.
Applaus gab es schließlich für Barbara Reichert. Die 78-jährige Seniorchefin der Uetzinger Metzgerbräu, die seit 1969 hinter der Theke ihres Tante-Emma-Ladens in Lichtenfels steht, hat sich "seit 50 Jahren verkehrssicher mit dem Kraftfahrzeug im Straßenverkehr bewährt". So ist auf der Urkunde zu lesen, die Vorsitzender Mackert ihr zusammen mit einer Anstecknadel überreichte. "Wir von der Verkehrswacht sind der Meinung, dass diese eine Ehrung wert ist, zumal Sie, Frau Reichert, in all der Zeit für Ihr Geschäft ja auch regelmäßig gefahren sind", fand Mackert. Unfallfrei zu bleiben, das bedeute stets auch, vorausschauend zu fahren und nicht auf seinen Vorteil zu beharren, ergänzte er. Die Geehrte plauderte fröhlich über ihre damaligen Fahrstunden durch enge Lichtenfelser Gassen.