Wer für den Ausbau des schnellen Internets Fördermittel vom Freistaat haben möchte, der muss die Breitbandversorgung öffentlich ausschreiben. Das tat Neustadt für die Anbindung seiner südlichen Stadtteile und erhielt drei Angebote. "Es freut mich, dass die Telenec hier eine so hohe Leistungsfähigkeit bewiesen hat, dass sie den Zuschlag bekam", sagte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) bei der Unterzeichnung der entsprechenden Verträge am Dienstag.
Die Stadt musste gemäß der Breitbandrichtlinie ein "offenes, transparentes und diskriminierungsfreies Auswahlverfahren" durchführen. Dazu beauftragte sie ein Netzplanungsbüro aus Weismain. "Die Telenec Telekommunikation Neustadt hat sich gegenüber den Mitbewerbern in sämtlichen Bewertungskriterien durchsetzen können", sagt Frank Rebhan. Mit der Unterzeichnung der Verträge sollen die Bauarbeiten innerhalb der kommenden zehn Monate abgeschlossen werden. Dazu werden die Arbeiten schon Mitte Mai beginnen. Rund 800 000 Euro sind als Kosten dafür veranschlagt. Die Förderung beträgt knapp 630 000 Euro. Rund 170 000 Euro trägt die Stadt.


Glasfaser bis ins Haus

"Die neu angeschlossenen Haushalte werden dann die am besten angebundenen im gesamten Stadtgebiet sein", versichert Armin Münzenberger als Chef der Telenec. Die Gebäude werden mit Glasfasertechnik bis ins Haus angeschlossen. Aktuell bietet die Telenec dann für Privatkunden im Tarif TN-Flat-Plus 100 Mbit im Downstream und drei Mbit im Upstream an. Als Business-Lösung können sogar zehn Gbit schnelle Internetzugänge angeboten werden.
Die Stadt hatte bereits von der ersten Breitbandrichtlinie aus dem Jahr 2012 profitiert. Damals wurden die Bergdörfer angebunden. Danach waren nur noch die südlichen Stadtteile unzureichend versorgt. Um zumindest eine einigermaßen taugliche Anbindung zu ermöglichen, wurde dort zunächst Richtfunktechnik eingesetzt. Stück für Stück wurden in den folgenden Jahren immer weitere Teile durch Kabel angeschlossen. "Das konnte jedoch nicht für alle Teile eigenwirtschaftlich realisiert werden", erklärt Armin Münzenberger.


Kabelfernsehen half

Dafür bekommen nun die Haushalte, die am längsten warten mussten, die beste Anbindung. Dazu hatte sich die Stadt im vergangenen Jahr entschlossen, am zweiten Breitband-Förderprogramm in Bayern teilzunehmen.
Dass Neustadt sich beim Ausbau des schnellen Internets im Landkreis schon früh an die Spitze setzen konnte, verdankt es Stadtratsentscheidungen aus den 70er Jahren. Schon damals begannen nämlich die Stadtwerke damit, flächendeckend Coaxleitungen in einem großen Stadtgebiet zu verlegen. Zu dieser Zeit war zwar noch nicht vom Internet die Rede. Aber Kabelfernsehen wurde zum Thema. "Diese Kabel konnten um die Jahrtausendwende für die Bereitstellung von schnellem Internet aufgerüstet werden, so dass sehr früh Bandbreiten verfügbar waren, von denen auch größere Städte nur träumen konnten", erklärt Armin Münzenberger. Mit der Neuauflage der Förderung zum Breitbandausbau möchte Bayern bis 2018 ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz schaffen. Bis zu 1,5 Milliarden Euro stellt der Freistaat dafür zur Verfügung. Überall in Bayern sollen nach 2018 mindestens 50 Mbit pro Sekunde zur Verfügung stehen.