Sand — Den 29. November 2014 wird Peter Heyer nie vergessen. An diesem Tag zog sich der Toptorjäger des FC Sand, Tabellenzweiter in der Fußball-Landesliga Nordwest, im letzten Saisonspiel des Jahres beim Neuling Baiersdorfer SV einen Schien- und Wadenbeinbruch nach einem Foul des gegnerischen Torhüters zu, der dafür für vier Spiele gesperrt wurde. Unter den Folgen wird der 34-Jährige noch lange leiden müssen.
Nach Komplikationen und inzwischen acht Operationen wurde der in Bamberg mit seiner Frau Katrin lebende Lehrer erst unmittelbar vor Weihnachten aus dem Krankenhaus in Scheßlitz entlassen. Viele Fragen über die Zukunft bleiben für Heyer offen, der Anfang Juni zum ersten Mal Vater wird. Wir sprachen mit dem Stürmer über seine Situation.

Wo erreiche ich Sie gerade?
Peter Heyer: Ich bin wieder zu Hause, muss mich aber ständig Behandlungen unterziehen.

Wie geht es Ihnen?
Gut kann ich nicht sagen. Weil das in Baiersdorf bei Erlangen passiert ist, war ich zunächst in Erlangen in der Klinik, habe mich aber nach einer Woche nach Scheßlitz verlegen lassen, weil das näher an meinem Wohnort in Bamberg liegt. Die Operation am linken Unterschenkel nach dem Schien- und Wadenbeinbruch ist wohl ordentlich verlaufen. Aber anschließend sind Komplikationen aufgetreten, und zwar bei der Muskulatur. Ich bin seitdem schon achtmal operiert worden, zeitweise alle zwei Tage, und mir musste der Fußheber-Muskel komplett entfernt werden. Welche Auswirkungen das haben wird, kann ich noch nicht sagen. Ich werde Mitte Januar zu einem Neurologen müssen. Das Bein sieht auf alle Fälle heftig aus, und ich bin auch aufgrund der vielen Operationen ziemlich geschlaucht. Vorerst bin ich mal bis Mitte März krank geschrieben.

Wie geht es weiter, privat, beruflich und sportlich?
Zunächst einmal geht es darum, dass ich wieder selbständig gehen kann. Momentan geht ohne Krücken nichts. Mitte Januar werde ich das Bein zum Teil belasten können, so hoffe ich. Dann muss ich abwarten, wie der weitere Genesungsprozess verläuft. Vor allem ist total offen, wie das mit dem Fuß wird, nachdem dieser wichtige Muskel entfernt werden musste. Darüber kann ich derzeit nur spekulieren. Privat sieht es so aus, dass meine Frau Katrin Anfang Juni unser erstes Kind, ein Mädchen, erwartet. Ich hoffe, dass ich dann in der heißen Phase wieder fit bin und unterstützen kann. Beruflich falle ich noch aus, und über das Sportliche mache ich mir derzeit keine Gedanken.

Sie sind beim FC Sand und in der Landesliga Nordwest mit 19 Toren bester Schütze. Was trauen Sie Ihrem Team zu?
Es ist wahrlich eine sehr kuriose Saison. Vor einem Jahr wären wir mit 56 Punkten aus 22 Spielen in allen fünf bayerischen Landesligen Erster gewesen. Aber die DJK Don Bosco Bamberg hat noch sechs Punkte mehr, und wir haben mit dem TSV Abtswind, der nur zwei Punkte hinter uns liegt, auch noch einen Konkurrenten um Platz zwei direkt hinter uns. Noch Erster zu werden wird schwer. Ich hoffe aber, dass die Mannschaft auch ohne mich zumindest über die Relegation den Aufstieg in die Bayernliga schafft. Gleich an den ersten drei Spieltagen finden die drei Direktduelle statt. Dann kann man schon etwas sagen. Ob ich nochmal spielen kann, ist völlig unklar. Darüber mache ich mir im Moment auch überhaupt keine Gedanken. Wichtig ist in erster Linie, dass ich wieder auf die Beine komme. Alles andere wird sich dann ergeben.

Welche Wünsche haben Sie für 2015?
Ich hoffe, dass ich bald gesund werde. Weiter wünsche ich, dass unser Nachwuchs gesund auf die Welt kommen möge. Gesundheit und wieder normal gehen können, das ist das, was ich mir für 2015 wünsche.

Die Fragen stellte unser Mitarbeiter Dirk Meier