von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Herzogenaurach — Die Flutkatastrophe vor fast zwei Wochen in Serbien und Bosnien-Herzegowina ist aus den Schlagzeilen nahezu verschwunden. Der Dauerregen führte auf dem Balkan zu den schlimmsten Überflutungen seit 120 Jahren. Die in Erlangen wohnende Bosnierin Ena schrieb nach ihrer Rückkehr auf ihrer Facebook-Seite: "Die Zustände in Teilen Bosniens sind katastrophal." Die Bevölkerung sei dringend auf internationale Hilfe angewiesen, zu der furchtbaren Überschwemmung kam es in vielen Dörfern auch zu Erdrutschen, Vieh, Häuser und alles Hab und Gut ist von Schlamm und Wasser bedeckt, erklärte die 30-Jährige und sammelt Spenden.
Die Hilferufe sind in der Bundesrepublik angekommen, so besuchte Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Katastrophengebiet, sagte Hilfe zu und auch Organisationen, Vereine, Institutionen und Vereine rufen zur Unterstützung auf. Diesen Hilferuf aus den betroffenen Gebieten hörten auch der Partnerschaftsverein Croatia, die Stadt Herzogenaurach sowie die Schaeffler AG, die mit Zulieferfirmen in Kroatien, Serbien und Bosnien in Verbindung steht und auch die Transportkosten übernehmen wird. Außerdem gibt es auch zahlreiche private Verbindungen in die Krisenregion und viele Menschen in Herzogenaurach werden dadurch auf dem Laufenden gehalten.
Herzogenaurachs kroatische Partnerstadt Nova Gradiška ist zwar nicht direkt von der Katastrophe betroffen, aber weiter südlich beginnt die Krisenregion. Für Schaeffler-Mitarbeiter Peter Loncar, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Croatia, war es nach den ersten Meldungen sofort klar, dass geholfen werden muss. Nova Gradiška liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Fluss Save, der nach den starken Regenfällen die verheerenden Überschwemmungen mit verursacht hat.
Loncar fand in Bürgermeister German Hacker (SPD) sofort einen Unterstützer der Hilfsaktion. Hacker kann sich am Wochenende ein Bild von der Katastrophe machen, da er sich zwei Tage in Nova Gradiška aufhalten wird.
Die Herzogenauracher wurden um Sachspenden gebeten. Dringend gebraucht werden Kleidung, Nahrungsmittel und Medikamente. Außerdem werden Wasser, Wasserkanister, Babynahrung, Windeln, Feuchttücher, Hygienepakete benötigt sowie Werkzeuge. Für die notwendigen Medikamente zeichnet vor allem der Apotheker Georgios Halkias verantwortlich, der die übrigen Apotheken der Stadt um Unterstützung bat.
Spenden können bis Mittwoch, 4. Juni, im Baubetriebshof der Stadt Herzogenaurach abgegeben werden von 7 bis 16.30 Uhr. Diese Spendenaktion ist mit der Spendenaktion des Clubs der Jugoslawen abgestimmt. Spenden sind möglich bei der Sparkasse Herzogenaurach auf das Konto 600060640 (BLZ 763 500 00) für Flutopfer Kroatien/Bosnien/Serbien.

Künstler für Flutopfer

Der Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach veranstaltet parallel zur Kunst-Ausstellung "Welcome II" am Sonntag, 1. Juni, einen Künstler-Flohmarkt vor dem Kunst-Raum in der Langenzenner Straße von 15 bis 18 Uhr. Der Erlös kommt den Opfern der Flutkatastrophe auf dem Balkan zugute.