bernhard Panzer

Strafe muss sein. Wer Elmar Amling, den Vorsitzenden des FCN-Fanclubs Frankenpower, mit falschen Titeln anspricht, der muss zahlen. So will es "Elmars Grundsatzerklärung", und daran halten sich alle treuen "Fanglubberer" aus Herzogenaurach.
So ist es auch kein Wunder, dass sich die "Vorstandssau", also das Vereinssparschwein, im Laufe des Jahres bei den Veranstaltungen und Treffen gut füllte. Denn manch einer lässt es sich gern 50 Cent kosten, den Mister Frankenpower mal schief von der Seite anzureden. Ups - das kostet jetzt vermutlich auch!
Im Frühjahr hatten die Mitglieder beschlossen, das Schwein zu schlachten und den Erlös einem guten Zweck zur Verfügung zu stellen. Weil man noch ein bisschen Spaß obendrein haben möchte - den die Idole der Fans zuletzt ja nicht unbedingt lieferten - und weil man kreativ ist, durfte der Betrag geschätzt werden. Wer am nächsten dran liegt, sollte zehn Prozent behalten dürfen. Der Rest war für die Herzogenauracher Tafel bestimmt.


Aufgerundet

Gesagt, getan. 189 Euro an 50-Cent-Stücken waren zusammen gekommen, und am besten geschätzt hatte Siggi Fried. Der gab seinen ihm zustehenden Anteil aber sofort zurück, und nachdem sich noch ein paar zusätzliche Spender fanden, waren es letztlich stolze 250 Euro, die man überreichen konnte. Und die übergab der Vorsitzende kürzlich an Erich Fuchs von der Tafel.
Auch wenn der ein "tausendprozentiger Bayernfan" ist, wie Amling nicht vergisst mitzuteilen. Und ein Schmunzeln kann er sich dabei auch nicht verkneifen. Denn es "war dann schon irgendwie was Besonderes, dass Glubberer einem Bayern-Fan was gutes tun und er Danke sagen muss."
Das hat der Erich, der viele Jahre im Herzogenauracher Rathaus beschäftigt war und sich als Chef des Planungsamts manches hat anhören müssen, übrigens gern gemacht. Die beiden Protagonisten kennen sich auch schon seit dreißig Jahren und unter Fußballfans gehören Frotzeleien einfach dazu. Gerade in Franken.


Der Chef entscheidet selbst

Eines ist sicher: Wenn die Vorstandssau weiter auf diese Weise gefüttert wird, dann ist sie schon bald wieder reif zum Schlachten. Denn Elmars Grundsatzerklärung umfasst im Grunde alle möglichen und unmöglichen Betitelungen. Und die Entscheidung trifft der Chef natürlich selbst: "Welche Titel nicht angemessen sind, liegt in meinem Ermessen!"
Selbstredend, dass die Mitglieder (zurzeit sind es 94) mit Begriffen nicht sparen. "Herr Obststand" ist nur einer davon, der kostet. Sagt der Herr Vorstand. Diese Anrede kostet übrigens auch.