Neue "Outfits" für die Kermesgesellschaft Lauenstein und die Landjugend Steinbach an der Haide, neue Instrumente für den Gesangverein Lauenstein und die Blaskapelle Ebersdorf, die Restaurierung liturgischer Kostbarkeiten der evangelischen Kirchengemeinde Ludwigsstadt sowie Zuschüsse für die verschiedenen Abteilungen des TSV Ludwigsstadt, für die Produktionskosten einer Gemeinschafts-CD Ludwigsstädter Klangkörper als auch für eine von allen Vereinen nutzbare Lautsprecheranlage - So abwechslungsreich, bunt und lebendig wie das Vereins- und Ortsleben in der Großgemeinde Ludwigsstadt sind auch die Verwendungszwecke der diesjährigen Ausschüttung der Hermann-Söllner-Stiftung.
Trotz stagnierender Zinsen konnten nunmehr stolze 13 000 Euro ausgeschüttet werden. Die Freude hierüber stand dann auch den Empfängern bei der offiziellen Spendenübergabe im Ludwigsstädter Rathaus ins Gesicht geschrieben.
"Wir haben damals fünf Jahre gebraucht, bis wir 1991 die Stiftung gründen konnten", erinnerte sich der Vorstandsvorsitzende der Hermann-Söllner-Stiftung, Gert Bayerlein, an die Anfänge der Stiftung. Er und seine Stellvertreter, Rechtsanwalt Friedrich Fricke sowie Siegfried Scheidig, freuten sich bei dem kleinen Festakt insbesondere über die Anwesenheit von Ilse Söllner, Witwe von Hermann Söllner. Zweck der Stiftung sei - so Bayerlein - laut Satzung und auf ausdrücklichem Wunsch des Stifters - die Förderung von Projekten vorrangig im Bereich Heimatkunde und Heimatschutz, Denkmalschutz, Kultur und Sport - und zwar speziell auf Ludwigsstadt bezogen.
"Wir zahlen nunmehr von der Substanz", bedauerte der Altbürgermeister. Hintergrund sei die Zinssituation. Dennoch freue man sich sehr, erneut eine Reihe neuer Initiativen vor Ort fördern zu können. Hierzu zählt die Restaurierung eines wertvollen Vortrage-Kreuzes und eines Auferstehungsbildes der evangelischen Pfarrkirche Ludwigsstadt. Laut Pfarrer Albrecht Bischoff, der die Spende entgegennahm, sei ein Förder-Antrag von der Oberfrankenstiftung abgelehnt worden. Der Gesangverein Lauenstein und die Blaskapelle Ebersdorf dürfen sich über einen Zuschuss für die Anschaffung jeweils eines neuen Instrumentes freuen. Zudem erhielt die Blaskapelle auch eine Spende zweckgebunden für die Ausbildung 18 neuer Jungmusiker aus der gesamten Großgemeinde Ludwigsstadt.
Eine kräftige Finanzspritze gab es für die Neuanschaffung schmucker Dirndl und fescher Trachten für die Landjugend Steinbach an der Haide sowie der Lauensteiner Kermesbum und Kermesmadla. Reich wurde das Füllhorn erneut über den TSV Ludwigsstadt ausgeschüttet - so unter anderem für die Beschaffung eines Bodenläufers für die Turner wie auch Maßnahmen für verschiedene Fußballabteilungen wie neue Trainingstrikots für eine Jugend-Mannschaft sowie neue Auswechselbank-Kabinen.
Beispielhaft ist die Aufnahme einer Gemeinschafts-CD aller neun Musik- beziehungsweise Gesangvereine der Großgemeinde. Durch einen Zuschuss zu den Produktionskosten von 1500 Euro kann die CD für 10 Euro anstatt für 15 Euro verkauft werden. Diese Spende wurde ebenso von Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) entgegengenommen wie eine weitere Spende über 2000 Euro für eine neue Lautsprecheranlage, die beispielsweise bei den Shakespeare-Festspielen, bei Schulveranstaltungen oder bei den Büttenabenden zum Einsatz kommen kann.
"Die Stiftung hat immer ein offenes Ohr für uns. Wir sind sehr froh, sie in Ludwigsstadt zu haben", sprach TSV-Vorsitzender Thomas Häring allen Empfängern aus dem Herzen, die sich ebenfalls herzlich bedankten. Dem konnte sich Ehrhardt nur anschließen: "Was wäre Ludwigsstadt ohne die Hermann-Söllner-Stiftung?" Dem Stiftungsrat wie auch Ilse Söllner dankte der Bürgermeister für die Fortführung der Stiftung im Sinne des Verstorbenen. Zum Dank bedachte er Bayerlein, Fricke, Scheidig wie auch Ilse Söllner jeweils mit einem neuen Ludwigsstädter Kunstkalender von Martin Ludwig.
Abschließend informierte Bayerlein über die nächsten angedachten Maßnahmen der Stiftung. So wird in dem an das Schiefermuseum angrenzenden Komplex das Erbe des vielfältigen Heimatkünstlers Ewald Müller präsentiert. Die Gemeinschafts-CD wird am 4. Dezember um 17 Uhr in der Kulturhalle in Ebersdorf im Rahmen eines Gemeinschaftskonzerts der Musik- und Gesangvereine vorgestellt. hs