Coburg/Berlin — Der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach berichtete bei der CSU-Kreismitgliederversammlung vom "Bahn-Gipfel" vor wenigen Tagen. Zusammen mit dem Coburger IHK-Präsidenten Friedrich Herdan wollte Michelbach den Chef der Deutschen Bahn, Rolf Grube, von einem regelmäßigen ICE-Halt in Coburg überzeugen. Doch die Gespräche gestalteten sich mal wieder schwierig - mit dem für Michelbach enttäuschenden Tiefpunkt, als Grube von einem "volkswirtschaftlichen Nutzen" gesprochen habe, den es gebe, wenn der ICE nicht in Coburg hält (sondern schnell weiter in die Ballungszentren düsen kann). "Da hätte der IHK-Präsident fast in den Tisch gebissen", berichtete Michelbach und betonte: "So ein Unsinn! Das können wir nicht akzeptieren!" Auch das Angebot, dass Coburg ja vielleicht - als Ersatz für den ICE - eine bessere Regionalbahnanbindung erhält, kommt für den Abgeordneten nicht infrage. Denn "die Zeche" müssten dann die Länder Bayern und Thüringen zahlen, obwohl doch schon (vom Steuerzahler mitgetragene) Gesamtkosten von 5,5 Milliarden Euro für die ICE-Neubaustrecke zu Buche stünden. Auch Coburgs CSU-Vorsitzende Birgit Weber warnte vor einer drastischen Verschlechterung der Zuganbindung, zumal 2017 auch der ICE-Halt Lichtenfels wegfalle. "Es kann nicht sein, dass Coburg dann plötzlich wieder Grenzregion wird." os