Eine erneute, starke Steigerung ihrer Einsatzzahlen haben die freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Erlangen-Höchstadt für das Jahr 2015 zu verzeichnen. Gleichzeitig wurden drei Wehren aus personellen Gründen aufgelöst.
Landrat Alexander Tritthart (CSU) bedauerte in seiner Ansprache bei der Frühjahrs-Dienstversammlung der Kommandanten der freiwilligen Feuerwehren und Leiter der Werkfeuerwehren in der Mehrzweckhalle in Großenseebach, dass im Jahr 2015 mit den Freiwilligen Feuerwehren Boxbrunn, Frickenhöchstadt-Ochsenschenkel und Unterschöllenbach erstmalig drei Ortswehren im Landkreis per Gemeinderatsbeschluss aufgelöst wurden, nachdem sie entweder nicht mehr die gesetzliche Mindeststärke aufweisen konnten oder keine Führungskräfte mehr zur Verfügung standen. Diese Entwicklung sei vorhersehbar gewesen und noch lange nicht zu Ende.
Deshalb sei die Suche nach alternativen, aber stets individuellen Konzepten nötig, um den Brandschutz und den technischen Hilfsdienst in gewohnter Weise sicherstellen zu können. Ein Beispiel sei die Fusionierung von Wehren innerhalb einer Gemeinde wie die der Feuerwehren Hemhofen und Zeckern, für deren neues gemeinsames Gerätehaus in Kürze der Spatenstich erfolgen werde.
Um seinen Pflichtaufgaben im Brandschutz nachkommen und Kosten für teure Sonderfahrzeuge reduzieren zu können, werde in den kommenden Jahren ein Wechselladersystem aufgebaut, für das landkreisweit an vier Standorten Trägerfahrzeuge und Wechselcontainer im Wert von rund 2,3 Millionen Euro stationiert würden, wofür der Freistaat Bayern eine hohe Förderung gewähre.


Ausrüstung für Hochwasser

Kreisbrandrat Matthias Rocca bedauerte es ebenfalls, dass trotz der landkreisweit leicht angestiegenen Mitgliedszahlen drei Feuerwehren aufgelöst werden mussten. Zum 31. Dezember 2015 leisteten in den verbliebenen 78 Feuerwehren 2957 Einsatzkräfte, davon 362 Frauen, aktiven Dienst. Nach zahlreichen Neubeschaffungen standen diesen zum Jahresende 246 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. In diesem Zusammenhang gab Rocca bekannt, dass der Freistaat Bayern für das gemeinsame Hilfeleistungskontingent mit der Stadt und dem Landkreis Fürth entweder einen Lkw oder einen Abrollbehälter mit umfangreicher Beladung für Hochwassereinsätze bereitstellen werde, der im Landkreis Erlangen-Höchstadt stationiert werden soll.
Eine gute Nachricht hatte Rocca für die Feuerwehren parat, die Kindergruppen ins Leben gerufen haben: Für diese wurde durch den Landesfeuerwehrverband eine Sammelversicherung abgeschlossen, die ohne großen bürokratischen Aufwand den Versicherungsschutz für den Feuerwehrnachwuchs gewährleiste.
Der Kreisjugendfeuerwehrwart Marcus Maier blickte in seinem Bericht auf die Entwicklungen und Veranstaltungen der Feuerwehrjugend zurück: Auf Landkreisebene wurden dazu zwei Jugendwartseminare, die Abnahme der Bayerischen Jugendleistungsspange, ein Zeltlager, ein Tag der Jugendfeuerwehr sowie ein Seifenkistenrennen veranstaltet. Zum Jahresende seien seitens der Feuerwehren 505 Jugendliche in 60 Jugendgruppen gemeldet gewesen, was einem Rückgang von 14,5 Prozent entspreche. Dies decke sich auch mit der Angabe von 43 Prozent der Wehren, Nachwuchsprobleme zu haben. Mit Kinderfeuerwehren, denen mittlerweile 211 Kids angehören, werde diesem Trend inzwischen an zahlreichen Standorten entgegengewirkt.
Kreisbrandmeister Stefan Brunner stellte im Anschluss die Einsatzstatistik des Jahres 2015 vor: Bei 2706 Einsätzen wurden insgesamt 29 052 Einsatzstunden geleistet. Sieht man vom Katastrophenjahr 2007 ab, ist dies ein neuer Höchststand. Im Einzelnen wurden die Feuerwehren zu 390 Brandeinsätzen und 1272 technischen Hilfeleistungen alarmiert. Dazu kamen 174 Sicherheitswachen, 201 sonstige Tätigkeiten sowie 347 Fehlalarmierungen.


Sieben verletzte Feuerwehrleute

Bei Brandeinsätzen wurde 16 Personen über Leitern gerettet, vier weitere durch Atemschutz-trupps im Gebäude. Ein Brandopfer konnte nur noch tot geborgen werden. Bei technischen Hilfeleistungen wurden 102 Personen gerettet. Die First-Responder-Gruppen aus Baiersdorf, Bubenreuth und Kalchreuth konnten darüber hinaus bei 322 First-Responder-Einsätzen weitere 112 Verletzte oder akut Erkrankte retten; 193 weitere Personen wurden bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst erstversorgt oder betreut. Bei acht Personen kam hier jede Hilfe zu spät. Sieben Feuerwehrdienstleistende wurden 2015 im Einsatz selbst verletzt. red