von unserem Mitarbeiter Gerold Snater

Königsberg — "Es geht alles gut, nur das Radfahren klappt nicht mehr", erzählt Helmut Stöcker verschmitzt, der in Königsberg seinen 90. Geburtstag feiern konnte, als er nach seinem Gesundheitszustand gefragt wurde. Früher ist Helmut Stöcker sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Denn damit fuhr er täglich von Königsberg zu seiner Arbeitsstelle nach Haßfurt, wo er von 1950 bis 1980 bei der Firma Mölter als Schichtführer tätig war.
Geboren wurde Helmut Stöcker am 24. Juli 1924 in Bamberg. Von dort zog die Familie zunächst nach Schweinshaupten. In dem kleinen Ort hatte er Karl Eisentraut, den späteren Rektor der Volksschule Königsberg, als Lehrer. Sein weiterer Weg führte ihn über Haßfurt (in der heutigen Kreisstadt besuchte er die Oberschule) nach Schweinfurt. Dort ging er ebenfalls in die Oberschule, bevor er seine berufliche Ausbildung als Büroangestellter auf dem Fliegerhorst Schweinfurt begann.

An die Ostfront

Es dauerte aber nicht lange, und er wurde im Alter von 18 Jahren zur damaligen Wehrmacht eingezogen. Helmut Stöcker erlebte den Zweiten Weltkrieg als Soldat von 1942 bis 1944 an der Ostfront in Russland. Bei den Kämpfen geriet er 1944 in russische Gefangenschaft, aus der er erst im Jahr 1949 nach Königsberg heimkehren durfte.
In diesem Jahr lernte er seine Frau Luise Schüll kennen, die er am 17. Juni 1950 heiratete. Im gleichen Jahr erblickte Sohn Wolfgang das Licht der Welt. 1952 wurde Tochter Inge geboren und 1960 der Sohn Franz.
In all den Jahren frönte Helmut Stöcker seiner großen Leidenschaft: der Fotografie. Körperlich hielt er sich mit Holzmachen und Gartenarbeiten fit. So mähte er, wie sein Sohn Franz schmunzelnd anfügte, "den unteren Schlossberg mit dem Rasenmäher 27 Jahre von unten nach oben."
Schwer traf Helmut Stöcker der Tod seiner Ehefrau Luise im Jahr 2003. Doch er gab deswegen nicht auf. So versorgt er sich heute noch selbst, kocht sich sein Essen und kauft auch selbst ein.
Neben den drei Kindern konnten ihrem Opa und Uropa drei Enkel und ein Urenkel gratulieren. In die Schar der Gratulanten reihten sich neben vielen Freunden, Bekannten und Verwandten der Zweite Bürgermeister Claus Bittenbrünn (Freie Wähler), der dem Jubilar im Namen der Stadt Königsberg die besten Wünsche aussprach sowie stellvertretender Landrat Michael Ziegler (CSU) ein, der die Glückwünsche des Landkreises Haßberge überbrachte.