Lauf — "Wenn ich als Kind aufgewacht bin, ist meine Mutter von der Feldarbeit zurückgekehrt und war schon das erste Mal durchgeschwitzt". Erfahrungen, die das Leben von Helmut Hack, Präsident des Fußball-Zweitligisten Greuther Fürth und langjähriger Geschäftsführer der Martin Bauer Holding, geprägt haben. "Als Zwölfjähriger musste ich in unserem Textilladen täglich die Kassenabrechnung machen. Dabei lernte ich schnell, dass man nicht mehr Geld ausgeben kann, als man einnimmt."
Als junger Buchhalter musste er sich bei seiner ersten Auslandsreise vor seinem Chef und Onkel erklären, warum er vom Flughafen zum Tagungsort ein Taxi und nicht die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt hatte. "Wer sein Geld sehr hart verdient, gibt es nicht so leichtfertig aus."
Einfach klingen diese Weisheiten, die in die Lebensgestaltung von Helmut Hack Einzug gehalten haben. In seinem spannenden Vortrag vor Bewohnern, Mitarbeitern und Freundeskreismitgliedern der Laufer Mühle zeigte Hack in einer authentisch-lockeren Art und Weise die Wege zum Erfolg auf. Freilich interessierte dabei die 60 Zuhörer, wie Eigenmotivation entsteht, wie man persönliche Ziele verwirklicht und wie man andere Menschen für Sachen begeistern kann.
Hack verwies in seinem zweistündigen Vortrag immer wieder auf seine Wurzeln, auf seinen "Ausgangspunkt": die Heimat, die Familie, das Gemeinde- und Vereinsleben, das familiäre Unternehmen Martin Bauer, der gemeinsam praktizierte Glaube. "Ich war von lieben, fleißigen und gläubigen Menschen umgeben, die solidarisch dachten und handelten. Jeder war für den anderen da, und das habe ich als großes Glücksgefühl erlebt. Auch wenn ich aus eher ärmlichen Verhältnissen kam, war ich ein glückliches Kind." Heute ist Hack nicht nur im Berufsleben, sondern auch als Chef eines Profivereins erfolgreich, und heute ist er für die anderen da, sorgt für sie.

Studium für Fußballer

So legt er bei der SpVgg Greuther Fürth sehr viel Wert auf eine Vereinskultur, in der "Menschen und eben nicht nur Fußballer miteinander zu tun haben und eine gemeinsame Vision verwirklichen wollen." Dabei geht es ihm auch immer um eine solide Ausbildung von jungen Sportlern, um die Vermittlung von Werten und Haltungen, um menschliche Reifung, wie Hack die Vereinsphilosophie erklärt.
Neu im Verein ist, dass Jugendliche dort auch ein Studium aufnehmen können. "Die Anlagen allein reichen nicht aus. Um ein guter Fußballer zu werden, muss die Persönlichkeit mitreifen" sagte Hack. Damit entwickeln sich Fähig- und Fertigkeiten, die letztendlich einen guten und erfolgreichen Fußballer ausmachen: Teamfähigkeit, solidarisches Handeln, Demut, Ehrgeiz, Glaube an seine Möglichkeiten, gesundes Gottvertrauen, Fleiß, Nachsicht und Toleranz.
"Glaubt an euch, glaubt daran, dass ihr den Weg aus der Suchtabhängigkeit schaffen könnt, und seid euch dabei aber auch bewusst, dass ihr auf diesem harten Weg viel Durchhaltevermögen und Fleiß braucht. Der Lohn dafür wird groß sein: Ein suchtfreies, glückliches und zufriedenes Leben liegt dann vor euch. Daran müsst ihr fest glauben!" Mit diesem eindrucksvollen Appell an die Bewohner der Laufer Mühle bewies Helmut Hack, dass er durchaus auch ein erfolgreicher Suchttherapeut sein könnte.
Michael Thiem