Wenn Helmut Haberkamm dichtet, dann tut er das im fränkischen Dialekt. Er hält ihn für persönlicher, intimer, konkreter, spontaner und direkter als das Hochdeutsche. Eine Kostprobe aus seinen Werken trägt er am Samstag, 27. Mai, um 20 Uhr auf Einladung des Arbeitskreises "Kultur grenzenlos" in der ehemaligen Bäckerei Lang in Herzogenaurach vor.
Aufgewachsen ist Haberkamm auf dem elterlichen Bauernhof in Dachsbach im Aischgrund. Er studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in Erlangen und Swansea (Wales) und schloss mit einer Doktorarbeit über Gegenwartsdichtung in Großbritannien sein Studium ab (1991). Danach arbeitete Haberkamm als Lehrer, seit 2001 am Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf.


Mehrere Auszeichnungen

Für seinen erfolgreichen Debütband "Frankn lichd nedd am Meer" von 1992 erhielt er 1993 den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur für seine neuartige Dialektpoesie. Seither verfasste er mehrere Gedichtbände und Theaterstücke in fränkischer Mundart und ist damit einer der bedeutendsten fränkischen Mundartautoren, was durch zahlreiche weitere Auszeichnungen gewürdigt wurde, darunter den Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken (1999) und den Frankenwürfel der drei fränkischen Regierungsbezirke (2008).
Haberkamm veröffentlichte auch Erzählungen und Essays und ist Textautor für den Baye-rischen Rundfunk in Zusammenarbeit mit dem Studio Franken. Außerdem war er 2016 Mitorganisator des fränkischen Mundart-Festivals "Edzerdla" in Burgbernheim mit Dialektkünstlern aus Literatur, Musik, Theater, Kleinkunst und Kabarett. Karten für die Lesung zum Preis von 13 bzw. zehn Euro gibt es bei Ellwanger, Bücher, Medien und mehr sowie unter Telefon 09132/9249, 09132/61264 und 09132/9831. red