Forchheim — Die Ortsgruppe Forchheim im Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) Forchheim feierte im Hof der Kaiserpfalz ihr 25-jähriges Bestehen. 110 der insgesamt 167 Mitglieder sowie zahlreiche Ehrengäste und Vertreter benachbarter Ortsgruppen aus Eggolsheim, Leutenbach und Kirchehrenbach waren der Einladung gefolgt. "Eine rekordverdächtige Teilnehmerquote, die für den Zusammenhalt und die gute Stimmung in der Ortsgruppe spricht", wie der stellvertretende Ortsvorsitzende Eduard Nöth erfreut feststellte. Er begrüßte in Vertretung der verhinderten Vorsitzenden Kathrin Schürr, die in den nächsten Tagen ihr erstes Kind erwartet und damit der Ortsgruppe, so Nöth, das schönste, in die Zukunft gerichtete Geburtstagsgeschenk mache.
Schirmherr Franz Streit, der den Oberbürgermeister Franz Stumpf vertrat, sprach die Geburtswehen der Ortsgruppe im Jahre 1990 an. Der seinerzeitige Vorsitzende des Forchheimer Heimatvereins Otto Werner, der gleichzeitig 3. Hauptvereinsvorsitzender des Fränkische- Schweiz-Vereins war, hatte erhebliche Bedenken gegen diese Gründung, weil er darin eine Bestandsgefahr für den Heimatverein sah. Der damalige Hauptvereinsvorsitzende Karl Theiler aus Ebermannstadt begrüßte jedoch den Vorschlag von Eduard Nöth, in Forchheim eine Ortsgruppe zu gründen und lud im November 1990 in die Fränkische Bierstube zur Gründungsversammlung ein. Streit zitierte die Aussage von Theiler bei der Gründung: "Forchheim ist ein bedeutendes Zentrum unserer Heimat, auf seine Mitarbeit im Fränkische-Schweiz-Verein können wir nicht verzichten. Als Konkurrenz zum Forchheimer Heimatverein verstehe sich die neue Ortsgruppe, die mit 57 Personen startete, nicht, eher als eine Art Ergänzung mit Blickrichtung auf ein über die Stadtmauern hinausreichendes Heimatbewusstsein".
Der Schirmherr betonte, dass die Befürchtungen von Otto Werner ins Leere gingen. Beide Vereine seien keine Konkurrenten, vielmehr arbeiteten sie gut zusammen und ergänzten sich. Weitere Grußworte sprachen MdL Michael Hofmann und Landrat Hermann Ulm, die die Liebe zur Heimat und die Verbundenheit zur Natur als wichtige Klammern herausstellten.
Der Hauptvereinsvorsitzende, Altlandrat Reinhardt Glauber, lobte das Engagement und die Aktivitäten der Ortsgruppe und nahm Ehrungen vor. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden der Vorsitzende des Heimatvereins Dieter George, Baptist Hofmann, Scholastika Hofmann, Betty Kilian, Bertram Kretschmann, das Ehepaar Millitzer aus Effeltrich, Ulrike Nöth, Reinhold Schmitt, die Stadt Forchheim, Martha Thefelder und Stadtrat Thomas Werner geehrt. Zwei Mitglieder wurden für über 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet: Msgr. und Ehrenbürger Otto Donner sowie Eduard Nöth, der bereits seit 1972 dem FSV angehört. Letzterer wurde von Reinhardt Glauber als "Konstante des Vereins" bezeichnet, da er seit Gründung das Amt des 2. Vorsitzenden inne hat. Nöth erhielt vom FSV-Hauptverein "für besonders wertvolle, unermüdliche Mitarbeit" eine Ehrenurkunde und wie Otto Donner das Vereinsabzeichen in Gold.


Renate Freitag war prägend

In seinem Rückblick ging der 2. Vorsitzende Nöth auf die Gründung ein. Renate Freitag wurde 1990 zur 1. Vorsitzenden gewählt. Eduard Nöth wurde Stellvertreter. Das Amt des Schriftführers übernahm Herbert Amtmann, die Kasse führte Bankdirektor Manfred Kilian. Zum Wanderwart wurde Edgar Rother bestimmt, dem für seine vorbildliche Arbeit besonders gedankt wurde. Renate Freitag, die im Jahre 2003 frühzeitig verstarb, konnte als promovierte Kunsthistorikerin begeistern. Sie prägte den Verein und setzte sich mit Leidenschaft für den Erhalt von Brauchtum, Kunst- und Baudenkmälern ein. Sie war, so Eduard Nöth, ein Segen für den Verein. Ihr folgte Edmund Neubauer, der bis 2010 den Verein erfolgreich führte. Im Oktober 2011 schließlich wurde Kathrin Schürr, eine junge, heimatverbundene und fachlich versierte Verwaltungsbeamtin, zur Vorsitzenden gewählt. Ihre Wahl gab dem Verein Hoffnung und Zuversicht. Zwischenzeitlich hat Jürgen Hünnemeyer das Amt des Wanderwarts übernommen und betreut insgesamt 150 km Wanderwege rund um Forchheim, Maria Schrüfer wurde Schriftführerin und Thomas Werner führt die Kassengeschäfte. Die Feier wurde musikalisch von den "Frankenauern" unter Leitung von Reinhold Schmitt umrahmt. red