von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Frank

Heiligenstadt — Der Marktgemeinderat Heiligenstadt hat sich dafür ausgesprochen, die Kommunen im Wiesent- und Leinleitertal bei ihren Bemühungen um eine Ortsumgehung Forchheims zu unterstützen. Wie Zweiter Bürgermeister Hans Göller (SPD) betonte, würden 30 Prozent der Heiligenstadter Beschäftigten ihrer Arbeit im Großraum Forchheim-Erlangen-Nürnberg nachgehen. Sie litten gerade in den letzten Jahren immer mehr unter der Verkehrssituation in Forchheim und Reuth.
Dazu tragen Göller zufolge verstärkt Ampelanlagen, Querungshilfen und andere den Verkehr regelnde Einrichtungen bei. Auch Touristen und Besucher in der Fränkischen Schweiz seien betroffen. Gerade die Gemeinde Muggendorf sei ein gutes Beispiel für einen fließenden und ungestörten Verkehr im Wiesenttal, seit man dort vor Jahren die Ortsumgehung eingeweiht hatte.
Nicht so einig war sich das Gremium in der Frage, ob der Markt Heiligenstadt die Gelegenheit nutzen sollte, im kommenden Jahr im Zuge der Verbreiterung der 3,6 Kilometer langen Staatsstraße 2188 von der Einmündung in die Staatsstraße 2187 bis zur Landkreisgrenze Bamberg/Bayreuth bei Aufseß auf dem 590 Meter langen Teilstück bis Neumühle einen Geh- und Radweg anlegen zu lassen. Die Baukosten von etwa 250 000 Euro würden demnach von der Regierung mit 50 Prozent bezuschusst, für den Grunderwerb müsste allerdings die Gemeinde selbst aufkommen.

Wird der Weg genügend genutzt?

Die Gegner eines solchen Vorhabens machten vor allem die angespannte Finanzlage der Gemeinde geltend, so Markträtin Anke Kraasz (BN), die zuerst einmal wissen wollte, wie viele Fußgänger und Radfahrer denn diese Strecke überhaupt benutzen würden, "dafür wäre wohl Geld da, für Kinderspielplätze aber nicht".
Für Johannes Hösch (CSU) stellte sich die Frage nach dem Sinn einer solchen Maßnahme, da man nicht nur für die Baukosten, sondern auch für den späteren Unterhalt aufkommen müsse, und das bei vielleicht fünf Radfahrern am Tag auf dieser Strecke. Auch Bernd Büttner (BN) stellte die Maßnahme angesichts der Kosten infrage. Gemeinderätin Monika Schenk Gräfin von Stauffenberg (CSU) fragte dagegen nach dem Grund dafür, dass man nicht gleich die Grabungsarbeiten bei der Kanalverlegung vor einigen Jahren für den Bau eines solchen Geh- und Radweges nutzte. Kämmerin Elisabeth Dicker (CSU) sah die Maßnahme wegen der Verkehrssicherheit der Wanderer und Radfahrer dagegen als wichtig an.
Peter Landendörfer (WG) wiederum fällt es schwer, dem Vorhaben zuzustimmen, aber für den Tourismus als größten Trumpf des Marktes Heiligenstadt rentiere sich eine derartige Maßnahme schon. Dabei denke er aber nicht alleine an die Radfahrer, sondern auch an die Wanderer, die diese Route mit ihren Steigungen dann wesentlich leichter bewältigten.
Letztlich stimmte auch der Dritte Bürgermeister Johannes Scharrer (CSU) mit der Begründung zu, dass ein solch hoher Zuschuss wohl dafür nicht mehr zu erwarten wäre, so dass die Befürworter bei der Abstimmung denkbar knapp mit acht zu sechs Stimmen die Oberhand behielten.