In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats unter Leitung des Ersten Bürgermeisters, Helmut Krämer (Einigkeit/CSU), hatte das Gremium zahlreiche wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der örtlichen Infrastruktur zu verabschieden. Kein leichtes Unterfangen für eine Gemeinde mit 24 Gemeindeteilen und einer angespannten Haushaltslage. Daher muss erneut ein Antrag auf staatliche Bedarfszuweisung gestellt werden, da für 2015 ein Fehlbetrag von 225 000 Euro festgestellt wurde.
Der Bürgermeister informierte ausführlich über den aktuellen Stand zur Breitbandversorgung im Markt Heiligenstadt. Im Rahmen des Bayerischen Förderprogramms hat die Kommune bereits einige Verfahrensschritte durchlaufen. Es wurde kein Netzbetreiber gefunden, der ohne finanzielle Unterstützung der Marktgemeinde investieren wollte. Nach der Markterkundung wurde festgestellt, dass ein Netzbetreiber im Rahmen des vorgegebenen Budgets nur 15 Prozent der Haushalte mit 50 Mbit/s und 85 Prozent der Haushalte mit 30 Mbit/s versorgen würden. Dazu kommt, dass die angebotene VDSL-Technik über Kupfer ganz klare Nachteile, insbesondere im Hinblick auf die Bandbreiten der Datenübertragung, zum Glasfasernetz hat.
Mit dem Bayerischen Förderprogramm lässt sich Glasfaser bis in jedes Haus (FTTH) nicht finanzieren. Das neue Bundesförderprogramm bietet dafür wesentlich bessere Möglichkeiten. Mit der modernen Technik können bereits heute nahezu unbegrenzte Datenmengen transportiert werden und sind Datenraten von 300 bis 500 Mbit/s zu attraktiven Preisen verfügbar.


Barrierefreies Rathaus

Die Verwaltung arbeitet im Augenblick auf Hochtouren, damit die Bewerbung für das Förderprogramm termingerecht in Berlin eingereicht werden kann. Eine Kofinanzierung durch den Freistaat Bayern ist möglich. Bei den im Augenblick stattfindenden Tiefbauarbeiten in Burggrub werden die Anschlüsse mit Glasfaser bis ins Grundstück verlegt. Diese Arbeiten führt der gemeindliche Bauhof aus.
Heiligenstadt hat sich darüber hinaus für das Vorhaben "Barrierefreies Rathaus und Umwandlung des alten Feuerwehrhauses in Verwaltungsräume" für das Kommunale Investitionsprogramm beworben. Für die geschätzten Kosten von 530 000 Euro wurden 477 000 Euro Zuschuss in Aussicht gestellt. Dies entspricht einer Förderung von 90 Prozent. Mit der Maßnahme soll der behindertengerechte Zugang zum Rathaus und zum Nebengebäude realisiert werden. In ihm soll die Registratur und das Archiv der Gemeinde sowie Büroräume Platz finden. Die Verbindung soll über einen gläsernen Gang auf jeder Etage erfolgen. Die notwendige Abstimmung mit der Denkmalpflege wird noch stattfinden. Die Planung wurde an das Architektenbüro Schmidt (Hollfeld) vergeben. Der Förderantrag ist bis zum 15. November 2016 zu stellen.
Gleichzeitig müssen die Planungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf dem ehemaligen Baywa-Gelände in der Raiffeisenstraße weiter konkretisiert werden. Mit den Verantwortlichen der Stützpunktfeuerwehr wurden bereits intensive Vorgespräche geführt. Die Beauftragung eines Architekten erfolgte in der nichtöffentlichen Sitzung.
Geschäftsstellenleiter Rüdiger Schmitt informierte das Gremium über die Anstrengungen der bayerischen Staatsregierung, ein flächendeckendendes und bedarfsorientiertes Angebot von Ganztagsangeboten im Grundschulbereich einzurichten. Welche Form diese Betreuung haben soll, muss immer vor Ort geklärt werden. In einer Besprechung im Rathaus mit der Regierung von Oberfranken, dem Landratsamt Bamberg sowie der Schul- und der Kindertagesstättenleiterin konnte die steigende Nachfrage der Eltern vor Ort an einem Ganztagesangebot verdeutlicht werden.
Von den 125 Grundschülern werden zur Zeit 60 Kinder im Hort betreut. Für das Schuljahr 2016/17 liegen weitere 17 Anmeldungen vor. Jedoch stehen nicht genügend Räumlichkeiten für die Betreuung der Hortkinder zur Verfügung. Die evangelische Kirche als Betriebsträger der Kindertagesstätte würde auch die Mittagsbetreuung in Form eines Hortes durchführen.
Heiligenstadt wird zeitnah eine Bedarfsermittlung starten, um verlässliche Zahlen zu ermitteln. Für die Übergangszeit sollen Container angemietet werden. Für die benötigten Horträume und den zusätzlichen Personalraum sind knapp 1,7 Millionen Euro an Kosten veranschlagt. Nach ersten Aussagen wurden vage 60 Prozent an Zuschüssen in Aussicht gestellt. Nach kurzer Diskussion stimmte der Marktgemeinderat der Erweiterung des Hortes zu.