von unserem Redaktionsmitglied 
klaus schmitt

Haßfurt — Hannah und Milla hat das womöglich wenig interessiert, das die Erwachsenen in dem neuen Gebäude gesprochen haben. Die beiden dreijährigen Mädchen hatten am Samstag vor allem einen Blick für die große Schaukel im Garten des Hauses an der Mösingerstraße in Haßfurt. Sie wollten spielen. Dabei war es nicht unwichtig, was Haßfurts Bürgermeister Günther Werner in dem Gebäude sagte. Er eröffnete dort offiziell die neue städtische Kindertagesstätte "Zwergenhaus". Das fast 1,8 Millionen Euro teure Projekt, das bereits seit einigen Monaten genutzt wird, ersetzt den städtischen Kindergarten an der Ringstraße.

Fast 500 Plätze für Kinder

Haßfurt hat in der Kernstadt sowie in mehreren Stadtteilen zahlreiche Kindergärten. Sie laufen unter verschiedener Trägerschaft und bieten zusammen 425 herkömmliche Plätze sowie 72 Krippenplätze (zusammen nahezu 500 Plätze).
Einen Kindergarten unterhält und betreibt die Stadt selbst: den städtischen Kindergarten. Der befand sich mit 50 Plätzen bisher an der Ringstraße. Das 140 Jahre alte Gebäude ist allerdings marode und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Kinderbetreuung. Zudem kann das Haus an der Ringstraße nicht erweitert oder für Krippenplätze (für Kinder unter drei Jahren) umgebaut werden.
Deshalb entschloss sich die Stadt vor einigen Jahren, eine neue Kindertagesstätte zu bauen. Der eingeschossige Bau entstand an der Mösingerstraße und hält 49 Plätze bereit (25 herkömmliche Kindergartenplätze und 24 Krippenplätze). Das Areal liegt günstig mitten im Siedlungsgebiet, das wachsen wird, denn ganz in der Nähe hat die Stadt das Baugebiet "Osterfeld II" mit fast 100 Bauparzellen ausgewiesen.
Geschlossen ist der alte Kindergarten an der Ringstraße aber noch nicht. Weil es derzeit so viele Kinder in der Stadt gibt, ist eine Gruppe zumindest noch ein Jahr lang dort untergebracht. Wie es dann weitergeht, muss noch entschieden werden. Und was mit dem Gebäude an der Ringstraße passiert, ist bisher auch noch nicht bekannt.
Zurück zum Nachfolge-Bau. Als "große Freude" bezeichnete Bürgermeister Günther Werner (Wählergemeinschaft Haßfurt) die Übergabe der neuen Kindertagesstätte. Das "Zwergenhaus", wie die Einrichtung genannt wird, ist nach seinen Angaben ein weiterer Beleg dafür, dass Haßfurt "eine kinder- und familienfreundliche Stadt ist".
Heutzutage bräuchten die Familien und die Berufswelt eine Betreuung der Kinder. Das sei eine "Aufgabe der ganzen Gesellschaft", sagte er in dem neuen Haus vor zahlreichen Gästen. Eine Kindertagesstätte unterstütze die Familien.
Die Kosten für das "Zwergenhaus" gab Werner mit knapp 1,8 Millionen Euro an. Das Gebäude hat 600 Quadratmeter Nutzfläche; das gesamte Areal ist 2200 Quadratmeter groß. In den vergangenen Jahren habe die Stadt Haßfurt, sagte Günther Werner weiter, rund 4,2 Millionen Euro in die Kindertagesstätten investiert. Aus diesen Aufwendungen und weiteren Mitteln für die Schulen leitete der Bürgermeister ab: "Wir können behaupten, dass wir uns um unsere Kinder kümmern."
Den kirchlichen Segen für die neue Kindertagesstätte spendeten der katholische Stadtpfarrer Stephan Eschenbacher und sein evangelischer Kollege Gerhard Barfuß. Susanne Baur von dem gleichnamigen Planungsbüro in Haßfurt nannte technische Details des Gebäudes und betonte vor allem die "weiche Note" durch Rundungen im Mauerwerk. Die Kinder schmückten, begleitet von ihren Erzieherinnen, mit Liedern die Feier. Nach dem festlichen Akt schauten sich die Gäste die Räume an, und Hannah und Milla sowie die anderen Kinder durften spielen - drinnen und draußen und dem Freigelände des Kindergartens.