16 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker wurden am Sonntag im Haus des Handwerks in Kronach von Kreishandwerksmeister Heinrich Schneider von der Bürde ihres Lehrvertrags freigesprochen und sind ab sofort im Gesellenstand. Zur Sommer-Freisprechungsfeier waren zahlreiche Ehrengäste und Angehörige der Absolventen gekommen.
Die Handwerkerschaft hatte zwar allgemein die rückläufige Lehrlingszahl zu beklagen, andererseits sieht das Handwerk optimistisch in die Zukunft. Dem Handwerk geht es nicht schlecht und jeder Handwerksberuf ist ein Beruf mit Perspektiven, guten Weiterbildungschancen und mit positiver Zukunftsorientierung, stellte Kreishandwerksmeister Schneider heraus. Er sah die rückläufige Tendenz am Ende, die neuesten Zahlen zeigten nach oben. Er gratulierte den erfolgreichen Junghandwerkerinnen und Junghandwerkern auch im Namen der Handwerkskammer Oberfranken. Ihr könnt stolz auf eure erreichte Leistung sein, aber nicht darauf ausruhen, rief der Kreishandwerksmeister zugleich dazu auf, die zahlreichen Weiterbildungschancen zu nutzen, so dass in einigen Jahren auch einige Meister unter ihnen sind.
Kritisch ging Schneider mit der "Klagefreudigkeit" des Bundes Naturschutz im Zuge des vierspurigen Ausbaus der B 173 um. Wenn weiter geklagt werde, habe sich auch ein Autobahnbau nach Kronach bald erledigt. Es gebe weniger Industrie, weniger Einwohner, weniger mobile Jugend, weniger Handwerksbetriebe und der Landkreis Kronach werde weiter abgekoppelt sein, malte Schneider ein düsteres Bild, wenn nicht bald der vierspurige Autobahnanschluss kommt.
Die Qualifikation des Handwerkers sei weltweit anerkannt und es gebe viele Perspektiven, auch noch ohne Abitur zu studieren. Das Land brauche und suche Praktiker. Leider werde in der Gesellschaft jungen Leuten zu oft erzählt, dass nur Abitur und Studium zur Karriere führen kann. Doch das duale Bildungssystem ermögliche auch einem Handwerksmeister große Karriere und gute Verdienstmöglichkeiten. Ein erster Gratulant an die Junghandwerker war der weitere Stellvertreter des Landrats, Bernd Steger. Er führte selbst über vier Jahrzehnte einen Handwerksbetrieb und weiß wie kein anderer aus der Praxis zu erzählen, dass man schwere Stunden hat, aber auch viele gute und schöne Zeiten, in denen der Handwerkerberuf Spaß macht. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein schloss sich dem an und empfahl, neben großer Fachkompetenz auch stets Menschlichkeit zu wahren. Schulleiter Oberstudiendirektor Rudolf Schirmer, vom beruflichen Schulzentrum der staatlichen Lorenz-Kaim-Berufsschule Kronach, sprach Glückwünsche im Namen der Schule und des Lehrerkollegiums sowie auch der anderen beteiligten Berufsschulen. Jetzt haben es die Gesellinnen und Gesellen selbst in der Hand, ihr Leben zu steuern und die erlernten Kompetenzen zu nutzen, auch Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.
Die erfolgreichen Gesellen und Gesellinnen in den einzelnen Handwerksberufen (in Klammer die Ausbildungsbetriebe): Bäcker: Adrian Kießling, Marktleugast (Will, Marktleugast), Jennifer Fröba, Steinbach am Wald (DAA, Deutsche Angestellten Akademie). Bäckereifachverkäuferin: Jennifer Ultsch, Burgkunstadt (Kreuzer, Kulmbach). Maler: Leon Riedel, Mitwitz (Götz, Mitwitz), Jannik Kestel, Marienroth (Hofmann, Ludwigsstadt). Maurer: Philipp Kolb, Neuses (Mühlherr, Tüschnitz), Sven Schindler, Horlachen (Löhlein & Sohn, Friesen). Metall-Anlagenbauer: Tobias Schott-Sorge, Kronach (Horn, Kronach). Friseur: Julia Höfner, Thonberg (Karl-Heinz Korda, Dörfles), Sylvia Wolf, Steinbach am Wald (Friseur Klier GmbH), Annakathrin Beiergrößlein, Wilhelmsthal (Friseur Klier GmbH), Laura Neubauer, Kehlbach (Carola Beetz), Anke Schindler, Horlachen (Sybille Thoma, Kronach). Schreiner: Yannick Fischer, Steinberg (Fischer, Steinberg), Peter Engelhardt, Mitwitz (Metasch, Mitwitz). Karl-Heinz Hofmann