"Wir haben die Chance, unsere Innenstadt, unseren Marktplatz und unsere Lichtenfelser Straße zu gestalten." Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Thomas Söder (CSU) die Bürgerbeteiligung zum Thema "Umbau Marktplatz/Lichtenfelser Straße" im Kulturboden. Dipl.-Ing. Helmuth Ammerl (Obermeyer Planen + Beraten, München) stellte einen Teil seines Verkehrsgutachtens der Öffentlichkeit vor und beantwortete alle Fragen. Dabei konzentrierte er sich auf den neu zu gestaltenden Innenstadtbereich.
"Es ist wichtig, im Vorfeld den Willen der Bürger abzufragen und diesen mit zu berücksichtigen", berichtete Bürgermeister Söder. Es ginge darum, die Anliegen der Bürger im Verkehrskonzept zu integrieren. Besonders wichtig waren den Befragten die Verkehrsberuhigung mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, Reduktion des Durchgangsverkehrs, Fahrradwege, Begrünung und Bäume, eine Veranstaltungsfläche auf dem Marktplatz, viele Querungshilfen, Pkw-Stellplätze und keine Verkehrsverlagerung in die Nachbarstraßen. Dies alles habe berücksichtigt werden können, teilt die Stadtverwaltung mit.
Die Lichtenfelser Straße kann in drei Abschnitte gegliedert werden. In der Ortseinfahrt bis zur Kreuzung Sportplatz können sich die Fahrzeuge nach Expertenmeinung wie gewohnt mit 50 Stundenkilometer fortbewegen. Zwischen der Kreuzung Sportplatz und der Einmündung Kemmerner Weg wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer vorgeschlagen, was gleichzeitig bauliche Veränderungen wie etwa den Rückbau der Fahrbahn auf 6,25 bis 6,5 Meter mit wechselseitigem Parken mit sich ziehen würde.
Der letzte Abschnitt ist der Bereich zwischen der Einmündung Kemmerner Weg und Kreuzung Mainstraße/Bahnhofstraße. Das Büro Obermeyer schlägt für diesen Abschnitt einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich - Typ "örtliche Geschäftsstraße" - vor. Hier sollte laut Gutachten die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 20, höchstens 30 Stundenkilometer gedrosselt werden. Auch in diesem Fall wären bauliche Veränderungen - ähnlich einer Tempo-30-Zone - nötig. Wie diese im Detail aussehen könnten, wird unter anderem Thema einer weiteren Bürgerbeteiligung sein. Dann wird sich alles um die Gestaltung drehen.
"Die Abschnitte sind noch nicht fixiert. Wir können immer noch Anfang und Ende anpassen und uns um Detailfragen kümmern. Es ist aber sehr gut, dass wir alle bisherigen Wünsche berücksichtigen können", erklärte der Bürgermeister.
Nach der Vorstellung des Verkehrsgutachtens und einer Fragerunde konnten die Bürger abstimmen. Das Ergebnis war einhellig: Von den rund 280 Anwesenden stimmten 81 Prozent zu, 14 Prozent waren neutral eingestellt und lediglich fünf Prozent sind skeptisch. Niemand lehnte die Planung komplett ab. red