Zweieinhalb Jahre Gefängnis warten auf einen 46-Jährigen, der Ende März dieses Jahres die Norma-Filiale in Werneck ausgeraubt hat. Der Mann hatte so getan, als wolle er ganz normal einkaufen und hatte dann beim Bezahlen nach den Geldscheinen in der Kasse gegriffen. Er kam allerdings nicht weit, schon an der Ladentür wurde er von einem Kunden gestellt. Das Schweinfurter Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Mann die Hand der Kassierin zur Seite geschlagen hatte, um ans Geld zu kommen. Weil er also Gewalt angewandt hat, lautet das Urteil auf Raub und Körperverletzung.
In der Anklage war ihm noch schwerer Raub vorgeworfen worden, weil er bei der Tat ein kleines Taschenmesser und ein Pfefferspray dabei hatte. Damit wäre er bewaffnet gewesen. Das Gericht glaubte dem Mann aber, dass ihm das in dem Moment gar nicht bewusst war. Der Mann, der ein weitreichendes Geständnis abgelegt hatte, versicherte, dass er Messer und Spray immer für Brotzeit und zur Selbstverteidigung dabei habe.
Wie berichtet, hatte der 46-Jährige an diesem Tag fast seine gesamte Monatsrente in der Spielhalle verzockt. Seit seiner Entlassung aus der Psychiatrie, in der er ganze 16 Jahre war, war sein Leben weiter aus der Bahn geraten. Er ist arbeitsunfähig, neigt zum Alkohol, hat eine Persönlichkeitsstörung, die er allerdings seit zwei Jahren ohne Medikamente im Griff hat.
Die Spielsucht sei jedoch nicht pathologisch, so das Gericht. Als er den Supermarkt ausraubte, stand er noch unter Bewährung. Die Liste seiner Vorstrafen ist lang, viele Bedrohungen und Beleidigungen von Polizisten sind dabei. Seine Anwältin hatte gefordert, ihn nur wegen Diebstahls zu bestrafen. Der Mann hatte nämlich behauptet, die Hand der Kassiererin nicht weggeschlagen zu haben.
Das Gericht glaubte jedoch der Verkäuferin, die versicherte, dass er gar nicht anders ans Geld hätte kommen können. Die Verteidigung wollte erreichen, das der Mann nur eine Bewährungsstrafe bekommt und in einer Einrichtung für betreutes Wohnen sein Leben ordnen kann. Die Staatsanwältin hatte viereinhalb Jahre Haft gefordert.