Der Breitbandausbau war eines der Hauptthemen in der jüngsten Gemeinderatssitzung. "Da Kabel Deutschland kein Interesse an der Übernahme des Guttenberger TV-Netzes hat, ist die Förderfähigkeit nach der Bayerischen Förderrichtlinie gegeben", sagte Siegbert Reuther vom Büro NetConsulting aus Bad Staffelstein.
Die schriftliche Rückmeldung stehe aber noch aus, erst danach könne man in ein Auswahlverfahren einsteigen. Erfahrungsgemäß dauere es dann bis zu acht Monate vom Start der Ausschreibung bis zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Ein weiteres gutes Jahr werde der Ausbau selbst dauern, so Reuther.
"Wir empfehlen, alles mit Glasfaser zu erschließen", betonte der Ingenieur. Damit seien Leistungen von bis zu 100 Megabit in der Sekunde möglich.
Außer vor bleiben allerdings Pfaffenreuth und Vogtendorf, die weiterhin von Kabel Deutschland versorgt werden.


Zusammen mit Kupferberg?

Geschäftsstellenleiter Martin Betz empfahl, eine interkommunale Zusammenarbeit mit Kupferberg anzustreben, um mit den dann zusätzlichen 50 000 Euro eine Förderung der Investitionssumme von einer Million Euro zu bekommen. Er zeigte sich zufrieden über den jetzt erreichten Ablauf.
Der Guttenberger Gemeinderat beschloss einstimmig, das gesamte Gemeindegebiet - bis auf Vogtendorf und Pfaffenreuth - als Erschließungsgebiet festzulegen. Die Gemeinde folgt der Empfehlung des Bayerischen Breitbandzentrums und plant eine freihändige Vergabe mit vorgeschalteten öffentlichen Teilnahmewettbewerb.
Einstimmig wurde am Montagabend der Haushalt 2016 verabschiedet. Das Gesamtvolumen liegt bei 1,3 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 735 000 Euro, der Vermögensansatz mit 544 000 Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beträgt 72 500 Euro.


Nur noch 502 Einwohner

Die Rücklagen steigen bis zum Jahresende voraussichtlich auf 134 000 Euro. Bürgermeister Eugen Hain blickte auf einen sehr soliden Etat, der die Verschuldung um weitere 48 000 Euro auf rund 219 000 Euro zurückführe. Ebenso einmütig erfolgte die Absegnung der Finanzplanung bis zum Jahr 2019.
Nicht außer Acht ließ das Gemeindeoberhaupt, dass die Kommunen massiv von der niedrigen Zinslage profitieren. Beibehalten bleiben die Grundsteuer-Hebesätze A und B mit 300 sowie der Gewerbesteuer mit 350 Punkten.
Laut Kämmerer Harald Kleiber beläuft sich die freie Finanzspanne auf 134 000 Euro. Er gab zudem bekannt, dass heuer eine Neukalkulation der Kanal- und Trinkwassergebühren ansteht.
Die Einwohnerzahl der kleinen Frankenwaldgemeinde betrug zum 30. Juni 2015 nur noch 502 Personen, 15 weniger als 2014.
Der Kämmerer gab weiter bekannt, dass 2015 voraussichtlich ein Sollüberschuss von 315 000 Euro zu erwarten ist.