von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Vierzehnheiligen — Soroptimist International Coburg hatte am Sonntag zum 7. Förderkonzert in die Basilika Vierzehnheiligen eingeladen. Junge Künstler, die bewusst gefördert werden, es sind dies Manuel Höppner (Orgel), Josef Treutlein (Marimbaphon) und Nathalie Flessa (Mezzo-Sopran), spielten Werke von Mozart, Bach, Schubert, Händel, Sammut, Friedman und O'Meara.
"Neben der Förderung der drei jungen Künstler möchten wir den kleinen Luis aus Burgkunstadt unterstützen", sagte die Vizepräsidentin der Soroptimist International Coburg, Gabi Ketteler. Luis leide an einer angeborenen Muskelreifestörung. Im Mutterleib reiften die Muskeln der Kinder nicht richtig, und nach der Geburt sind diese oft zu schwach, den Kopf zu heben oder auch nur zu atmen. Die meisten Kinder sterben in den ersten Monaten.


Hilfe durch kleinen Anbau

"Die Lösung soll ein kleiner Anbau bringen. Luis hätte dann ein eigenes Zimmer mit Bad, die Pflegedienstmitarbeiterin ebenfalls einen kleinen Raum", erläuterte die Vizepräsidentin. Zwei Stockwerke des Hauses wären durch die Hanglage vom Anbau aus zugänglich, ebenso ein barrierefreier Zugang zur Straße.
Der Rektor der Basilika, Pater Heribert Arens, machte bei der Begrüßung deutlich: "Wir Franziskaner von Vierzehnheiligen und die Gruppe von Soroptimist International Coburg wollen die jungen Künstler sowie Luis und seine Familie unterstützen und freuen uns auf ein besonderes Konzert der jungen Künstler."
Josef Treutlein, ein seltener Gast in der Basilika, überzeugte am großen Marimbaphon. Die fröhlich-musikalische Überraschung riss vor allem durch sprudelnde Virtuosität mit. Der 19-jährige Bamberger schöpfte die Möglichkeiten des wunderbaren Instruments voll aus und begeisterte mit elegantem Hantieren mit den vier Schlegeln. Neben Sammuts "Rotations" oder "Restless" von Rich O'Meara verzauberte er zum Ende des Konzerts mit Keiko Abes "Wind Sketch" die Zuhörer.
Manuel Höppner aus Unterneuses ist trotz seiner 21 Jahre ein alter Bekannter in der Basilika. Nach 2011 und 2013 konzertierte er wieder auf dem heiligen Berg. Der Schüler des Regionalkantors und Basilkaorganisten Georg Hagel reifte inzwischen zu einem virtuosen Künstler heran, der die große Rieger-Orgel perfekt beherrscht. Das bewies er unter anderem im Choral Nr. 3 in A-Moll von César Franck, bei dem er glänzend die wechselnden Stimmungen des Stückes herausarbeitete. Nicht nur eine innige Kenntnis des Potenzials des Instruments, sondern auch seine Gestaltungskunst und ein kongeniales Gespür für dieses Repertoire überzeugten.
Die Bayreutherin Nathalie Flessa erhielt vor einem Jahr ihr künstlerisches Diplom und studiert derzeit im Masterstudiengang Konzertgesang. Sie erwies sich mit ihrem warmen, intelligent geführten Mezzosopran als ideale Solistin für die Orgelbegleitung. Mit dem "Ave Maria" von Bach/Gounod bezauberte sie die Kirchenbesucher. Ihre ganze Klasse und eindrucksvolle Stimme bewies die Bayreutherin auch beim "Ave Verum" von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie interpretierte vollendet das spätmittelalterlichen Reimgebet.
Alle drei vertieften auch bei diesem Konzert die Begegnung mit ihrem Publikum und ließen erleben, welche Wirkung Musik haben kann. Die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus.